Wie die Folklore aus aller Welt die Monster hervorgebracht hat, die wir fürchten

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Popcorn-Wimpel und gruselige Halloween-Masken sind seit langem Teil der westlichen Kultur, aber die Wurzeln des Horrors reichen viel tiefer.

Die Folklore der Welt - von Indien bis Laos, von den amerikanischen Ureinwohnern bis Afrika - ist das Herzstück vieler kultiger Horrorfilme.

Wie The Conversation feststellt, sind es Mythen, Legenden und spirituelle Bilder aus verschiedenen Kulturen, die die Bilder von Monstern prägen, die wir heute noch fürchten.

Freddy Krueger aus der kultigen Serie Nightmare on Elm Street ist nicht nur Fiktion. Sein Prototyp war der böse Geist dab tsog aus dem Glauben des Hmong-Volkes in Laos. In den 1980er Jahren berichteten Männer aus dieser Diaspora in den USA über mysteriöse Fälle von plötzlichem Tod im Schlaf - die Diagnose klang wie Sudden Nocturnal Death Syndrome (SUNDS).

Die Hmong führten dies auf Angriffe von dab tsog zurück, einem Geist, der Erstickung und Schlaflähmung verursacht. Geschichten über den Geist inspirierten Regisseur Wes Craven zu einem Horrorfilm, in dem der Schlaf zur Todesfalle wird.

Die Legende des Wendigo, eines menschenfressenden Geistes aus der Folklore der Algonquin-Stämme Nordamerikas, war die Grundlage für den Film Antlers. In dem Mythos ist der Wendigo nicht nur ein Monster, sondern auch eine moralische Warnung: Er bestraft Habgier, Zerstörung des natürlichen Gleichgewichts und Egoismus.

Regisseur Scott Cooper zeigt, wie diese uralte Kreatur zu einem Spiegelbild moderner Ängste wird - Drogensucht, Armut, Gewalt und Umweltzerstörung.

Der Film His House handelt von Flüchtlingen aus dem Südsudan, die versuchen, in England ein neues Leben zu beginnen. Doch mit ihnen in ihr neues Zuhause kommt Apeth, eine Hexe aus der Folklore des Dinka-Volkes.

Apeth ernährt sich von Schuldgefühlen, zerstört den Wohlstand und "frisst" das Glück. In dem Film wird der Mythos zu einer Metapher für das posttraumatische Syndrom und die kulturelle Isolation.

In Ono lebt ein indisch-amerikanischesSchulmädchen Samidha, das versucht, seine Herkunft zu vergessen, um sich in die amerikanische Gesellschaft einzufügen. Aber sie wird mit einem uralten Pishacha konfrontiert, einem Dämon aus der hinduistischen Überlieferung, der sich von Angst, Scham und Wut ernährt.

Als Samidhis Freund den Pishacha aus einem Glasgefäß befreit, beginnt ein Kampf, nicht nur mit dem Monster, sondern auch mit einem inneren Identitätskonflikt. Das Monster wird zum Inbegriff der Loslösung von den eigenen Wurzeln und der Nicht-Akzeptanz des eigenen Selbst.

Der Horror ist schon lange kein Genre mehr, das nur um des "Gruselns" willen geschaffen wurde. Er ist zu einem Instrument der sozialen Analyse geworden, das Traumata, Ängste und historische Schuldgefühle thematisiert. Wie die Autorin des Stücks, Amala Poli, hervorhebt, geben uns schreckliche Kreaturen aus verschiedenen Kulturen - dab tsog, apeth, wendigo, pishacha - eine universelle Sprache der Angst.

"Monster auf der Leinwand sind nicht nur Fantasien. Sie spiegeln reale Ängste wider: Gier, Isolation, Schuld, Verlust der Heimat", schreibt Poli.