Wie man Trübsal blasende Teenager von einer roten Flagge unterscheidet: Tipps für Eltern
Die Adoleszenz ist eine Zeit der dramatischen Veränderungen, der Stimmungsschwankungen und der Selbstbestimmtheit.
Aber wo ist die Grenze zwischen einem normalen Teenager-"Sturm" und Symptomen möglicher psychologischer Störungen? Eine neue Arbeit der Universität von Kentucky versucht, diese Frage zu beantworten, berichtet Medicalxpress.
Viele Erwachsene halten Reizbarkeit, Verschlossenheit oder harsche Reaktionen bei Teenagern für die Norm - und oft sind sie es wirklich. Jungen und Mädchen können unnahbar werden, Einsamkeit bevorzugen und auf Kleinigkeiten heftig reagieren. In der Regel sind diese Veränderungen nur von kurzer Dauer und hängen mit Stress, dem Studium oder Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen zusammen.
Es gibt jedoch Anzeichen, die Eltern und Lehrer alarmieren sollten, vor allem, wenn sie hartnäckig sind und den Teenager daran hindern, ein erfülltes Leben zu führen. Solche Anzeichen sind:
Ständige Reizbarkeit oder Wutausbrüche
Stimmungen, die unverhältnismäßig stark und uncharakteristisch erscheinen
Verlust des Interesses an Freunden, Hobbys und Aktivitäten
Signifikante Veränderungen im Schlaf- oder Essverhalten
Plötzliche Verschlechterung der schulischen Leistungen oder Fernbleiben von der Schule
Reden über Selbstverletzung, Unerwünschtheit oder Selbstmordgedanken
Jeder Hinweis auf Selbstmordgedanken erfordert ein sofortiges Eingreifen, betonen die Autoren der Studie.
Wie soll man das Gespräch beginnen?
Es kann schwierig sein, über den psychischen Zustand eines Teenagers zu sprechen, besonders wenn er sich zurückzieht. Die Wissenschaftler raten jedoch, solchen Gesprächen nicht aus dem Weg zu gehen - im Gegenteil, Sie sollten nach Möglichkeiten suchen, in Ruhe und auf unterstützende Weise zu sprechen:
Wählen Sie eine private, ruhige Zeit für das Gespräch
Stellen Sie offene Fragen: "Wie fühlen Sie sich?", "Was geht Ihnen gerade durch den Kopf?"
Hören Sie aufmerksam zu und unterbrechen Sie nicht
Vermeiden Sie Urteile und voreilige Ratschläge
Kehren Sie nach einer Weile zu dem Thema zurück, um zu zeigen, dass die Sorge nicht verschwunden ist
Selbst wenn ein Teenager nicht sofort bereit ist, ehrlich zu sein, schafft allein das Wissen, dass ein Erwachsener da ist, um zuzuhören, eine Grundlage des Vertrauens.
Wo kann man Hilfe suchen?
Eltern sollten diese Situationen nicht allein bewältigen. Ein Hausarzt, ein Schulberater oder eine psychologische Fachkraft kann hinzugezogen werden. Wenden Sie sich in Notfällen an eine Beratungsstelle, um dringende Hilfe zu erhalten.
Verlässliche Kanäle für psychologische Unterstützung:
Hotline der National Psychological Association - 0 800 100 102 (täglich von 10:00 bis 20:00 Uhr, Anrufe sind kostenlos)
PORUCH ist ein gemeinsames Projekt des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft der Ukraine, des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF), des ukrainischen Instituts für kognitive Verhaltenstherapie und der Nichtregierungsorganisation VGC "Volunteer". Das Projekt umfasst psychologische Online-Selbsthilfegruppen für Jugendliche - https://poruch.me/teenagers
Beratung durch die Teenergizer-Bewegung - eine Initiative von Teenagern aus Osteuropa und Zentralasien. Auf der Website können Sie sich für eine kostenlose Beratung durch einen Psychologen oder Berater des Projekts anmelden: https://teenergizer.org/consultations/
Nationale Hotline für Kinder und Jugendliche von La Strada - Kinder, Jugendliche und Studenten können anonym und vertraulich Hilfe in schwierigen Lebenssituationen erhalten:
0 800 500 225 (Handy oder Festnetz) oder 116 111 (Handy)"Ne dribnitsi " - ein sicherer Raum für Teenager mit kostenloser Online-Beratung per Chatbot. Die Beratung wird von echten Psychologen durchgeführt, nicht von automatisierten Antworten:
https://www.notrivia.com.ua/Hotline des Wohltätigkeitsfonds "Voices of Children " - psychologische Unterstützung für Kinder und Eltern per Telefon, sowie die Möglichkeit einer persönlichen Beratung (wenn Ihre Stadt auf der Liste steht):
https://voices.org.ua/i-need-help/mental-help-for-kids/Lifeline Ukraine Suizidpräventionstelefon - 7333 (24/7)
Internationale humanitäre Organisation "Ludina v Bidi" ("Mensch in Not") - 0 800 210 160 (anonym, rund um die Uhr, kostenlos von allen Betreibern in der Ukraine
Die Autoren betonen, dass das Risiko einer Verschlechterung umso geringer ist, je früher Unterstützung geleistet wird. Und es ist wichtig, daran zu denken, dass auch Erwachsene Hilfe brauchen. Wenn sich die Eltern unterstützt fühlen, kommen die Jugendlichen besser zurecht.