Wie russische Propaganda in Deutschland funktioniert. Nachforschungen
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In Deutschland wird ein stiller Krieg geführt - ein Krieg der Narrative und des Einflusses. Russische Desinformationskampagnen zielen strategisch auf dieses Land ab und nutzen die Spaltung der Gesellschaft aus, um die öffentliche Meinung zu destabilisieren und zu manipulieren, insbesondere in Bezug auf den Krieg in der Ukraine.
Im Mittelpunkt dieser Erzählungen stehen Behauptungen, die ukrainische Flüchtlinge als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit oder Sicherheit darstellen, Behauptungen über eine grassierende Russophobie in westlichen Gesellschaften, Versuche, die Rollen von Opfern und Tätern in dem Konflikt zu vertauschen und die Verbreitung der falschen Vorstellung, die Ukraine sei ein Neonazi-Regime. Der Zweck dieses Artikels ist es, die wichtigsten russischen Desinformationskampagnen in Deutschland nachzuzeichnen.
Der jüngste Jahresbericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz wirft ein Licht auf den wachsenden Einfluss russischer Propaganda in Deutschland. Der Bericht hebt die erhöhte Bedrohung durch Spionage, illegale Einflussnahme, Desinformationskampagnen und Cyberangriffe hervor, die sich durch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine noch verschärft hat.
Hauptakteure: Die Hauptakteure dieser gegen Deutschland gerichteten Aktivitäten sind die Russische Föderation, die Volksrepublik China und die Islamische Republik Iran, jeweils mit einem anderen Schwerpunkt.
Desinformationstaktiken: Im Bereich der Desinformation werden soziale Medienkanäle zunehmend von staatlichen oder staatsnahen Akteuren genutzt, um Inhalte und Narrative an ein breites Publikum zu verbreiten.
Der Bericht stellt einen deutlichen Anstieg der Zahl der Rechtsextremisten fest, die von 33.900 im Vorjahr auf 38.800 im Jahr 2021 anstieg. Auch der Anteil der gewaltbereiten Rechtsextremisten ist von 13.500 auf 14.000 gestiegen. Die Hauptthemen der rechtsextremen Agitation verlagerten sich von Protesten gegen die Kronenverteidigung hin zur Betonung der Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine, wie die hohe Inflation und die Energiekrise. Als diese Themen nicht auf breite Resonanz stießen, kehrte man zur Migrationsproblematik zurück.
Die Zahl der "Reichsbürger" und "Selbstbestimmten" stieg um 2.000 auf insgesamt 23.000, wobei 2.300 von ihnen gewaltorientiert waren, gegenüber 2.100 im Jahr 2021. Dieser Anstieg wird auf Proteste gegen staatliche Maßnahmen zum Schutz der Krone zurückgeführt.
Die Narrative der russischen Staatspropaganda werden vor allem von "Reichsbürgern" und "Selbstverwaltern" übernommen, wenn es um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine geht.
Darüber hinaus hat das US-Außenministerium mehrere Fälle von russischer Desinformation festgestellt, die darauf abzielen, die Ukraine und ihre Regierung als Aggressoren in dem Krieg darzustellen. Insbesondere wird der Westen fälschlicherweise beschuldigt, die Ukraine in den Konflikt hineingetrieben zu haben, und behauptet, Russlands Einsatz von Kampftruppen sei lediglich eine Verlegung von Truppen auf sein eigenes Territorium. Zu den weiteren Desinformationen gehören Behauptungen über geplante US-Chemiewaffenangriffe im Donbass und die Behauptung, Russland würde ethnische Russen in der Ukraine schützen. Darüber hinaus wird behauptet, dass die NATO Russland seit dem Ende des Kalten Krieges feindlich gesinnt sei.
Russische Staatsmedien in Deutschland nach YouTube-Verbot
Anhaltende digitale Präsenz von RT DE
Trotz des Verbots von Kanälen wie RT und Sputnik durch YouTube nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine ist die digitale Präsenz von RT DE ungebrochen. Vor dem Verbot war RT DE eine beeindruckende Kraft auf Telegram und hielt beeindruckende Marktanteile unter den Medienunternehmen. Selbst jetzt auf Odysee, einer Plattform, die zunehmend mit rechtsextremen Gruppen in Verbindung gebracht wird, hat das Konto von RT DE immer noch Tausende von Anhängern. Die Erklärung von Odysee zur politischen Neutralität ermöglicht es RT DE, seine Aktivitäten unbeeinflusst von der Kontroverse um seine Inhalte fortzusetzen.
SNA wird zu Satellit
Angesichts des Verbots von YouTube passte sich SNA News - auch bekannt als Sputnik - schnell an, indem es sein Publikum auf einen neuen Telegram-Kanal, Satellit, lenkte. Anfangs machte Satellit keinen Hehl aus seiner Herkunft und teilte regelmäßig SNA-Inhalte. Die Strategie änderte sich jedoch, als die deutschen Medien auf die Verbindung aufmerksam wurden. Seitdem hat Satellit seine Plattformen von Verweisen auf SNA gesäubert, einen neuen Namen bekommen und sich als eigenständige Organisation etabliert.
Das Aufkommen von Bloß mit Biss (BmB)
Bloß mit Biss (BmB) war ein neuer Akteur, der auf TikTok und Instagram für seine scharfen, kritischen Videos über deutsche Politiker, insbesondere von den Grünen, an Popularität gewann. Das TikTok-Konto von BmB ist inzwischen gesperrt, aber seine Podcasts sind auf verschiedenen Plattformen wie Apple Podcasts, Google Podcasts, Podcast.DE, Deezer, Mave und Castbox verfügbar.
Die inhaltliche Strategie von BmB zeichnet sich durch selektive Kritik und Lob von Politikern aus. Während die Grünen in einem negativen Licht dargestellt werden, werden Politiker der AfD und Persönlichkeiten wie Sahra Wagenknecht in einem positiven Licht dargestellt, indem sie als klar und vernünftig im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine präsentiert werden.
Die Widerstandsfähigkeit der russischen Staatsmedien im deutschen digitalen Raum zeigt sich in der Anpassung und Diversifizierung ihrer Plattformen und Inhalte. Selbst wenn traditionelle Medien mit Einschränkungen konfrontiert sind, finden diese Organisationen neue Wege, um ihr Publikum zu erreichen, ihren Einfluss aufrechtzuerhalten und ihre Narrative angesichts der globalen Ereignisse zu verbreiten.
Verschwörungstheorien in deutschen Telegram-Kanälen
Im digitalen Untergrund der deutschen sozialen Medien sind die Telegram-Kanäle Hotspots für Verschwörungstheorien und Desinformationskampagnen. Die Themen dieser Kanäle reichen von antirussischen Sanktionen bis hin zu Biolabor-Verschwörungen in der Ukraine. Hier ein genauerer Blick auf einige der Hauptakteure:
Eva Hermann: In ihren Beiträgen kritisiert Hermann häufig die deutsche Innenpolitik und zitiert dabei häufig Quellen wie Tichys Einblick und The Epoch Times. Sie stellt Deutschland als ein Land im Niedergang dar und beklagt die angebliche Zerstörung seiner einst ehrwürdigen Regierungsstrukturen und Wirtschaft.
Freie Sachsen: Dieser Kanal, der mehr als 150.000 Abonnenten hat, ist die Plattform für Montags für die Zukunft, ein rechtsextremes Gegenstück zu den klimabezogenen Freitags für die Zukunft. Er fördert aktiv die Anti-Migranten-Stimmung und stellt die Vorfälle in Dresden oft als Beispiele für die Gewalt von Migranten dar. Der Sender vertritt auch eine ausdrücklich pro-russische Haltung.
Ken Jebsen: Jebsens Kanal, der rund 145.000 Abonnenten hat, ist bekannt für seine Angriffe auf die Grüne Partei, die er als von der wissenschaftlichen Realität abgehoben und daher gefährlich darstellt. Der Kanal befasst sich auch mit Verschwörungstheorien, wie z.B. der Frage nach dem Ursprung des COVID-19-Virus.
Alina Lipp: Einst eine Anhängerin der Grünen Partei, vertritt Lipp heute kremlfreundliche Ansichten. In ihren Beiträgen stellt sie Russland oft als den Retter der Ukraine dar, leugnet russische Kriegsverbrechen und äußert sich negativ über ukrainische Flüchtlinge in Deutschland. Sie behauptet, eine offizielle Kriegsberichterstatterin für russische Staatsmedien zu sein.
Infrarot: Der von ehemaligen RT-Mitarbeitern gegründete Kanal Infrarot, der mehr als 18.000 Abonnenten hat, konzentriert sich jetzt auf die innenpolitische Berichterstattung in Deutschland. Er greift häufig die Grüne Partei an und beschuldigt sie, progressive Werte zugunsten rechter Politik aufzugeben.
QAnon in Deutschland: Verbreitung von Verschwörungen über Putin, Zelensky und Biolabore
QAnon, eine Gruppe, die für ihre weitreichenden Verschwörungstheorien bekannt ist, verbreitet aktiv verschiedene Narrative über verschiedene Telegram-Kanäle. Diese Erzählungen reichen von globaler Geopolitik bis hin zu konkreten Anschuldigungen gegen politische Persönlichkeiten.
Positive Sicht auf Putin: QAnon-Anhänger, insbesondere auf Kanälen wie Qlobal Change, stellen den russischen Präsidenten Wladimir Putin durchweg in einem positiven Licht dar. Sie sehen den Einmarsch in die Ukraine als einen strategischen Schachzug Russlands, um den angeblichen "tiefen Staat" in Kiew zu zerschlagen.
Zelensky ist ein CIA-Agent: Ein weiteres vorherrschendes Narrativ in QAnon-Kreisen, insbesondere bei Qlobal Change, ist, dass der Aufstieg des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky eine geplante Manipulation durch globale Eliten ist, die ihn als CIA-Marionette positionieren.
Allianz-Narrativ: Auf dem Kanal Qlobal Change wird auch eine angebliche Allianz zwischen Nordkorea und Russland diskutiert. Diese Koalition soll die Pläne des Westens für die Ukraine konterkarieren und könnte die Niederlage der Ukraine trotz der Unterstützung der NATO beschleunigen.
Biolabor-Verschwörung in der Ukraine: Das Narrativ über US-Biolabore in der Ukraine wird stark gefördert, insbesondere von Qlobal Change auf Substack, wo sie behaupten, militärische und biologische Aktivitäten der USA und ihrer Verbündeten in der Ukraine zu analysieren.
"Anti-Spiegel.ru: Eine Plattform für pro-russische Propaganda und Verschwörungstheorien
Die Publikation Anti-Spiegel.ru, die von Chefredakteur Thomas Röper geleitet wird, positioniert sich als Alternative zu den etablierten investigativen Medien, stützt sich aber stark auf pro-russische Kriegspropaganda und Verschwörungsideologien.
Die wichtigsten Berichte:
Deutschlands Wirtschaftskatastrophe: Anti-Spiegel.ru veröffentlicht Geschichten, dass die deutsche Regierung das Land in eine wirtschaftliche Katastrophe führt. Dieses Narrativ spielt mit den Ängsten vor wirtschaftlicher Instabilität in Deutschland.
Leugnung der russischen Gräueltaten: Die Seite hat zahlreiche Artikel veröffentlicht, in denen behauptet wird, dass die russische Armee nicht für die Massaker an ukrainischen Bürgern verantwortlich ist, was im direkten Widerspruch zu Berichten aus unabhängigen Quellen und Augenzeugenberichten steht.
Darstellung des Ukraine-Konflikts als Stellvertreterkrieg: Anti-Spiegel.ru fördert die Darstellung, dass es sich bei dem Konflikt in der Ukraine um einen Stellvertreterkrieg zwischen den Vereinigten Staaten und Russland handelt, und lenkt so von der direkten Beteiligung Russlands ab.
Zusammenarbeit mit pro-russischen Journalisten: Roeper unterhält Berichten zufolge Kontakte zu anderen pro-putinistischen Journalisten, wie Alina Lipp, und unterstützt Darstellungen, die die russische Intervention in der Ukraine als Befreiungsaktion darstellen.
Die 'Great Reset'-Verschwörung: "Anti-Spiegel.ru unterstützt die 'Great Reset'-Verschwörungstheorie, die fälschlicherweise behauptet, dass die globalen Eliten die COVID-19-Pandemie nutzen, um eine neue Weltordnung zu erzwingen. Diese Theorie verzerrt legitime Diskussionen über wirtschaftliche Erholung und systemischen Wandel.
"Anti-Spiegel.ru ist ein wichtiger Vektor für die Verbreitung von pro-russischer Propaganda und Verschwörungstheorien im deutschsprachigen Raum. Seine Erzählungen und Inhalte, die von wirtschaftlichen Ängsten bis hin zu Verzerrungen geopolitischer Konflikte reichen, tragen zu einer öffentlichen Wahrnehmung und einem Diskurs bei, der häufig mit den Interessen des Kremls übereinstimmt.
"Extremnews": das Zentrum der Verschwörungstheorien und der pro-russischen Stimmungen
Die Website Extremnews, die von Thorsten Schmitt aus Brauerschwend betrieben wird, präsentiert sich als Gegenpol zu den Mainstream-Medien, ist aber in Wirklichkeit eine prominente Quelle für Verschwörungstheorien und Fake News unter Wahrheitsfanatikern.
Schlüsselerzählungen:
Pro-russische Haltung zum Krieg: Extremnews hat eine eindeutig pro-russische Haltung zum Krieg eingenommen und zitiert häufig russische und Besatzungsquellen. Diese Haltung spiegelt eine breitere Tendenz in bestimmten Medienkreisen wider, in geopolitischen Konflikten eine russische Perspektive einzunehmen.
COVID-19-Verschwörungstheorien: Die Plattform verstärkte Stimmen wie die von Suharit Bhakdi, einem thailändisch-deutschen Mikrobiologen im Ruhestand, der für die Verbreitung von Fehlinformationen über die COVID-19-Pandemie bekannt ist. Bhakdi behauptete, die Pandemie sei eine Fälschung und die COVID-19-Impfstoffe seien eine globale Bedrohung, und diese Behauptungen wurden von Extremnews verbreitet.
Extremnews beschreibt seine Aufgabe darin, "echten und wahrheitsgetreuen Journalismus" zu liefern, der nach eigenen Angaben in vielen Nachrichtenredaktionen heute nicht mehr gewährleistet ist. Trotz dieses selbsternannten Engagements für die Wahrheit bewegen sich die Inhalte, die Extremnews auf seiner Website und seinem YouTube-Kanal verbreitet, oft im Bereich der ungeprüften und sensationsheischenden Behauptungen.
Tichys Einblick, 2014 von dem deutschen Journalisten und Publizisten Roland Tichy gegründet, positioniert sich als "liberal-konservatives Meinungsmagazin". Es bietet ein breites Spektrum an Inhalten - von Wirtschaftsliberalismus bis Rechtspopulismus -, die von regelmäßigen Kolumnisten und Gastautoren präsentiert werden, die sich auf politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen konzentrieren.
Wichtige Ereignisse:
Perspektiven zum Krieg in der Ukraine: Die Zeitschrift betrachtet den Krieg in der Ukraine als Testgelände für künftige Militäraktionen und erörtert die Rolle verschiedener internationaler Organisationen, einschließlich Nichtregierungsorganisationen und Regierungen.
Position zum Krieg in der Ukraine: Tichys Einblick vertritt eine komplexe Position zum Ukraine-Konflikt und ist der Meinung, dass die Ukraine weder verlieren noch gewinnen sollte, was eine nuancierte Sicht des geopolitischen Gleichgewichts widerspiegelt.
Befürwortung traditioneller Werte: Die Zeitschrift unterstützt häufig traditionelle Werte und vertritt die Ansicht, dass LGBTQ-Rechte und Einwanderung der deutschen Gesellschaft schaden. Dies steht im Einklang mit konservativer und rechtspopulistischer Ideologie.
COVID-19 Verschwörungstheorien: "Tichys Einblick" förderte Verschwörungstheorien gegen COVID-19, insbesondere gegen Pharmaunternehmen und staatliche Maßnahmen im Zusammenhang mit der Pandemie.
Die Zeitschrift Junge Freiheit ist in konservativen und rechtsgerichteten Kreisen in Deutschland beliebt und hat eine wichtige Rolle bei der Meinungsbildung gespielt. Sie kritisieren die Grünen, unterstützen "traditionelle Werte" und verbreiten Verschwörungstheorien über COVID. Ihre politischen Kommentare reichen vom Wirtschaftsliberalismus bis zum Rechtspopulismus.
Die Epoch Times, die eine große Leserschaft unter Impfgegnern und Rechtsextremen in Deutschland hat, verbreitet Fehlinformationen über COVID, Impfstoffe und Migranten. Sie konzentriert sich auch auf eine pro-russische Sichtweise des Krieges in der Ukraine. Das Medienunternehmen wird in 21 Sprachen in 33 Ländern veröffentlicht und ist mit der chinesischen Falun Dafa-Bewegung verbunden.
Reaktion der deutschen Medien
Jüngsten Untersuchungen zufolge schenken die deutschen Medien der Militärhilfe für die Ukraine und den ukrainischen Flüchtlingen viel Aufmerksamkeit. Die Medien stellen die Ukraine oft als korrupten Staat dar und ignorieren die Fortschritte, die in den letzten Jahren in diesem Bereich erzielt wurden. Auch die Situation der russisch-orthodoxen Kirche wird als Unterdrückung dargestellt. Die meisten Menschen dort glauben an die Idee einer "großen russischen Kultur", die nichts mit Putins Regime und der außergewöhnlichen Rolle Russlands beim Sieg über den Nazismus zu tun hat. Die von der russischen Propaganda geschürten Befürchtungen, dass die Deutschen ohne russische Energie nicht leben könnten, haben sich nicht bewahrheitet, und die Öffentlichkeit sieht Sanktionen gegen Russland nun mit weniger Angst.
Die Sommerberichte in den deutschen Medien haben Zweifel an den Fortschritten und dem möglichen Erfolg der ukrainischen Gegenoffensive aufkommen lassen. Schlagzeilen wie "Was ist, wenn die ukrainische Offensive scheitert?" vom RND und "Die ukrainische Gegenoffensive: eine neue Front und eine unüberwindbare Herausforderung" vom Tagesspiegel tragen zur skeptischen Stimmung bei. Die Zeit wundert sich über den Vormarsch und veröffentlicht Artikel unter den Titeln "Warum die ukrainische Offensive nicht vorankommt" und "Wie die Ukraine ihre Taktik ändert", in denen mögliche Strategieänderungen angesichts der Herausforderungen betont werden. Die Vorsicht der NZZZ wird noch verstärkt, indem sie in "Minenfelder und Hubschrauber - Ukrainische Offensive kommt trotz westlicher Waffen nur langsam voran" die lähmende Realität vor Ort erörtert und andeutet, dass selbst mit internationaler Unterstützung der Weg nach vorn mit Schwierigkeiten behaftet ist. T-online schreibt: "Das Ergebnis könnte ein Alptraum sein" und zeichnet ein düsteres Bild der Konsequenzen, wenn die Gegenoffensive scheitert. Zusammengenommen geben diese Artikel Anlass zu Besorgnis und Spekulationen über die Zukunft der militärischen Bemühungen der Ukraine.
Ein Blick auf die russische Desinformationskampagne in Deutschland
Der laufende Kampf gegen die russische Desinformation in Deutschland stellt eine ernsthafte Herausforderung für die Bemühungen der Europäischen Union dar, der Propaganda im Zusammenhang mit der Invasion in der Ukraine entgegenzuwirken. Rechtsextreme und verschwörerische Kreise in Deutschland haben sich als besonders anfällig für russische Desinformation erwiesen und fördern aktiv Narrative, die mit Moskaus Interessen übereinstimmen.
Die wichtigsten Strategien der russischen Desinformation
Leugnen: Russland hat seine Beteiligung an der militärischen Eskalation gegen die Ukraine konsequent geleugnet und die Glaubwürdigkeit von Quellen untergraben, die seiner Darstellung widersprechen. Trotz eindeutiger gegenteiliger Beweise leugnet Russland seine Rolle in dem Konflikt und stellt unbegründete Behauptungen über ukrainische Gräueltaten und die westliche Unterstützung für die angeblichen Massenvernichtungswaffen der Ukraine auf.
Verzerrung: Die russische Seite stellt ihre Invasion als "Spezialoperation" dar und vermeidet ganz offen den Begriff "Krieg". Diese Manipulation von Informationen geht so weit, dass die USA und Europa fälschlicherweise beschuldigt werden, einen Krieg gegen sie zu führen, was die historischen Parallelen zum Zweiten Weltkrieg verzerrt.
Ablenkung: Um von seinen Handlungen abzulenken, stellt Russland die Ukraine als Aggressor dar, der von einem Neonazi-Regime angeführt wird, eine Behauptung, die die demokratische Führung der Ukraine eklatant ignoriert. Russland versucht, seine Kriegsverbrechen zu verschleiern, indem es die Ukraine beschuldigt, Massaker organisiert zu haben, obwohl unabhängige Medien die von Russland begangenen Gräueltaten bestätigen.
Zerstreuung: Zu Russlands narrativer Strategie gehört es, das Gefühl einer bevorstehenden Bedrohung zu erzeugen, um Angst zu schüren und politisches Handeln einzuschränken. Dazu gehören Drohungen mit einer Eskalation, einschließlich nuklearer und wirtschaftlicher Krisen. Russland behauptet, dass die internationale Reaktion auf "Russophobie" zurückzuführen ist, um seine Verstöße gegen das Völkerrecht zu verschleiern. Die deutsche Öffentlichkeit unterscheidet jedoch im Allgemeinen zwischen der russischen Regierung und russischen Bürgern, und die Diskriminierung russischer Institutionen und Personen in Deutschland ist minimal.
All diese Taktiken zielen darauf ab, die öffentliche Meinung und das Narrativ zu formen, Verwirrung und Zweifel zu stiften und Russlands geopolitische Interessen und Narrative im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine zu fördern.
Der Artikel wurde im Rahmen eines Projekts verfasst, das darauf abzielt, die von der Russischen Föderation verbreiteten Fehlinformationen über Flüchtlinge aus der Ukraine in der Europäischen Union zu bekämpfen. Er umfasst eine groß angelegte Überwachung von Online-Medien in mehreren EU-Ländern, darunter Deutschland, Österreich, die Tschechische Republik, Polen, Rumänien und Moldawien. Die Medienbeobachtung wurde im November 2023 durchgeführt. Das Projekt wird von CRDF Global unterstützt. Sie können auch einen Artikel darüber lesen, welche österreichischen und polnischen Medien russische Propaganda verbreiten.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.
















