Wie und wann die politische Polarisierung in den USA zunahm

Nach 2008 begannen die Geschäftsbereiche in den USA schneller zu wachsen

Die politischen und sozialen Spaltungen in den USA haben seit den späten 1980er Jahren um 64 Prozent zugenommen, wobei fast das gesamte Wachstum nach 2008 stattfand. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universität Cambridge, die die Veränderungen in der öffentlichen Meinung über fast vier Jahrzehnte hinweg analysiert haben.

Die Arbeit, die in der Zeitschrift Royal Society Open Science veröffentlicht wurde, deckt den Zeitraum vom Ende der Reagan-Ära bis 2024 ab und basiert auf Daten der American National Election Study (ANES), die mehr als 35.000 Befragte umfasst.

2008 als Wendepunkt

Die Analyse zeigt, dass der Grad der Polarisierung in der amerikanischen Gesellschaft in den 1990er und frühen 2000er Jahren relativ stabil blieb. Ab 2008 jedoch - inmitten der Finanzkrise, der Wahl von Barack Obama und dramatischer Veränderungen im Medienumfeld - begann die Divergenz zwischen linken und rechten Ansichten stetig zu wachsen.

Laut dem Leiter der Studie, Lee de Wit, war 2008 der entscheidende Punkt, ab dem die Meinungsverschiedenheiten in den meisten sozialen und politischen Fragen zunahmen.

Verschiebung nach links als Hauptfaktor

Die Studie zeigt, dass die Zunahme der Polarisierung nicht in erster Linie auf die Radikalisierung rechter Ansichten zurückzuführen ist, sondern darauf, dass sich der liberale Teil der Gesellschaft in eine progressivere Richtung bewegt.

Den Daten zufolge war die amerikanische Linke im Jahr 2024 im Durchschnitt 31,5 Prozent sozial liberaler als im Jahr 1988. Währenddessen wurden die rechten Ansichten im gleichen Zeitraum nur um 2,8 Prozent konservativer.

Die Autoren stellen fest, dass diese Asymmetrie bei den Wählern des rechten Flügels, die sehen, dass sich ein Großteil der Gesellschaft schneller verändert als sie selbst, ein Gefühl der "Bodenverschiebung" hervorrufen könnte.

Wie die Polarisierung gemessen wurde

Im Gegensatz zu vielen früheren Studien stützte sich die Arbeit des Cambridge-Teams nicht allein auf die Selbstidentifikation der Befragten als Partei. Stattdessen verwendeten die Wissenschaftler Algorithmen des maschinellen Lernens, die die Menschen nach ihren Positionen zu bestimmten Themen gruppierten - von Abtreibung und Rassenungleichheit bis zu Familienwerten und Sozialpolitik.

Laut David Young, dem Hauptautor der Studie, ermöglicht dieser Ansatz eine objektivere Bewertung der tatsächlichen Meinungsunterschiede jenseits von Parteibezeichnungen.

Bei welchen Themen die Kluft am stärksten gewachsen ist

Die stärkste Zunahme der Polarisierung wurde bei folgenden Themen festgestellt:

  • abtreibung,

  • traditionelle Familienwerte,

  • krankenversicherung,

  • diskriminierung von Afro-Amerikanern.

Bei einigen Themen wurde die Divergenz durch die Bewegung beider Seiten noch verstärkt, was die Forscher als "echte Polarisierung" bezeichnen. In Fragen der Gleichberechtigung hingegen ist die Kluft zwischen links und rechts seit Jahrzehnten konstant hoch geblieben.

Politische Identitäten sind starrer geworden

Die Studie stellte auch eine Zunahme der so genannten "Sortierung" fest - eine zunehmende Überschneidung zwischen politischen Ansichten und Parteiidentität.

Seit 1988:

  • haben sich 20 Prozent mehr Menschen in der linken Gruppe als Demokraten und 51 Prozent mehr als Liberale identifiziert;

  • in der rechtsgerichteten Gruppe identifizieren sich 30 Prozent mehr Menschen als Republikaner und 39 Prozent als Konservative.

Nach Ansicht der Autoren verstärkt dies das Gefühl der Spaltung, auch wenn sich die Ansichten selbst nicht so dramatisch ändern.

Warum die Spaltung am deutlichsten zu spüren ist

Zugleich betonen die Forscher, dass sich die amerikanische Gesellschaft nicht in völlig isolierte Lager gespalten hat. Die Größe der linken und rechten Gruppen ist seit den späten 1980er Jahren in etwa gleich geblieben, und die Vielfalt der Ansichten innerhalb jeder Gruppe hat nicht zugenommen. Es ist der Abstand zwischen ihnen, der sich verändert hat.

Die USA, so die Autoren, unterscheiden sich von den meisten Ländern der Welt dadurch, dass das linke und das rechte Lager hier historisch gesehen gleich groß sind. Das macht jede Zunahme der Polarisierung besonders spürbar und angespannt.

Eine globale Analyse desselben Teams ergab keine vergleichbare Zunahme der Polarisierung in anderen Ländern.