Wie unsere Gehirne verschiedene Tanzstile erkennen

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KI half den Wissenschaftlern zu erkennen, wie das Tanzen das Gehirn umschaltet
11:30, 23.11.2025

Verschiedene Tanzstile aktivieren das Gehirn auf unterschiedliche Weise, je nachdem, welche Bewegungen, welcher visuelle Ausdruck und welche Emotionen sie vermitteln.



Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler in einer Studie , die in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde, berichtet die Nature Publishing Group. Die Studie bietet eine neue Perspektive darauf, wie das Gehirn Tanz verarbeitet - sowohl beim Zuschauen als auch bei der Aufführung.

Durch die Beobachtung der Gehirnaktivität, während eine Person einen Tanz sieht, erhalten die Forscher einen Einblick, wie das Nervensystem visuelle Eindrücke mit Musik und emotionalen Hinweisen verbindet. Frühere Neuroimaging-Studien haben bereits gezeigt, welche Bereiche des Gehirns beim Betrachten von Tanzvideos oder Live-Aufführungen eingeschaltet werden. Aber detaillierte Karten darüber, wie genau diese Informationen im Gehirn einer Person verarbeitet werden, sind viel seltener aufgetaucht.

In der neuen Arbeit scannten Yu Takagi und Kollegen die Gehirne von 14 Freiwilligen - sieben Anfänger und sieben erfahrene Tänzer. Den Teilnehmern wurden etwa fünf Stunden Tanzvideos gezeigt. Die Auswahl umfasste Auftritte von mehr als 30 Tänzern zu über 60 Musikstücken in 10 Stilrichtungen - darunter Hip-Hop, Breakdance, Street Dance und Ballett-Jazz.

Um zu verstehen, wie das Gehirn das Gesehene kodiert, verwendete das Team ein tiefes generatives Modell der künstlichen Intelligenz. Es wurde mit einer großen Anzahl von Tanzvideos trainiert und dann mit den Gehirnaktivitätsdaten der Teilnehmer "abgeglichen".

Die Analyse zeigte, dass die Bildung der "Landkarte des Tanzes" im Gehirn von mehreren Komponenten gleichzeitig beeinflusst wird: von den Merkmalen der Bewegung, dem musikalischen Muster, der visuellen Ästhetik und der emotionalen Färbung. Es war die Kombination dieser Parameter, die am besten erklärte, wie die Teilnehmer den Tanz, den sie sahen, auf der Ebene der Großhirnrinde "aufzeichneten".

Das Ergebnis für erfahrene Tänzer war besonders interessant. Sie hatten Gehirnkarten verschiedener Tanzstile, die individueller und einzigartiger waren als die von Anfängern, insbesondere in Bereichen, die mit der Bewegungsverarbeitung zusammenhängen. Mit anderen Worten: Ein geübter Tänzer "sieht" die Choreographie im Gehirn auf eine subtilere und differenziertere Weise.

Die Autoren sind der Meinung, dass ihre Arbeit dazu beiträgt, besser zu verstehen, wie das menschliche Gehirn Choreographien wahrnimmt und kreiert und wie die Tanzpraxis die neuronalen Repräsentationen von Bewegungen allmählich verändert. Dies könnte sowohl für das Tanztraining als auch für die Rehabilitation durch Bewegung und kreative Praktiken von Bedeutung sein.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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