Wissenschaftler haben die Goodreads-Bewertungen in Frage gestellt
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Drei-Sterne-Bücher können großartig sein: Studie befragt Goodreads-Bewertungen
Bücher mit einer "mittelmäßigen" Bewertung auf Goodreads entpuppen sich oft als literarisch bedeutende Werke, darunter auch anerkannte Klassiker. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher der Universität Aarhus (Dänemark) nach der Analyse von Daten der größten Leseplattform.
Goodreads, wo Millionen von Nutzern Bücher auf einer Fünf-Punkte-Skala bewerten, ist seit langem ein Maßstab nicht nur für Leser, sondern auch für Verleger, Autoren und Forscher. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass die Durchschnittsbewertung nicht immer den tatsächlichen literarischen Wert eines Werkes widerspiegelt.
Was die Studie zeigt
Ein Team des Centre for Humanities Computing (CHC) und des Centre for Contemporary Textual Cultures (TEXT) hat etwa 9.000 amerikanische Romane untersucht, die zwischen 1880 und 2000 veröffentlicht wurden. Besonderes Augenmerk legten die Forscher auf etwa 2.000 Bücher, deren durchschnittliche Bewertung auf Goodreads in der "Grauzone" lag - etwa drei Sterne.
Durch den Vergleich der Nutzerbewertungen mit anderen Indikatoren - Einbeziehung in den Lehrplan, Status eines Klassikers und kultureller Einfluss - fanden die Forscher heraus, dass etwa 30 Prozent dieser "durchschnittlich bewerteten" Bücher nach unabhängigen Kriterien als literarisch bedeutend angesehen wurden.
Uneinigkeit ist ein Zeichen von Wert
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Studie: Die Streuung der Bewertungen ist möglicherweise wichtiger als die durchschnittliche Anzahl.
Laut der Mitautorin der Studie, der Doktorandin Pascale Feldkamp, sind es die literarisch bedeutenden Bücher, die eine hohe Polarisierung der Meinungen aufweisen:
"Je mehr Menschen solche Bücher lesen, desto mehr gehen die Bewertungen auseinander. Die einen geben Bestnoten, die anderen üben harsche Kritik an ihnen. Daran zeigt sich das Engagement und die Bedeutung des Werks".
Gleichzeitig führt bei Büchern mit geringem kulturellem Gewicht ein Anstieg der Anzahl der Bewertungen nicht zu einer Zunahme der Meinungsverschiedenheiten - die Meinungen bleiben relativ homogen.
Warum Durchschnittsbewertungen irreführend sein können
Die Forscher betonen: Hinter einer Drei-Sterne-Bewertung können sich grundlegend unterschiedliche Szenarien verbergen. In einem Fall handelt es sich um eine gleichgültige Zustimmung, in einem anderen Fall ist sie das Ergebnis eines Aufeinandertreffens von gegensätzlichen, aber starken Leserreaktionen.
Die durchschnittliche Bewertung ist also nicht immer ein Hinweis auf die "Schwäche" eines Buches. Im Gegenteil, sie kann auf kontroverse, provokante oder seiner Zeit vorausgehende Werke hinweisen, die später anerkannt werden.
Wie sie vorschlagen, Bücher anders zu bewerten
Die Autoren der Studie sind der Meinung, dass es wichtig ist, bei der Analyse von Daten von Goodreads und ähnlichen Plattformen zu berücksichtigen:
nicht nur die durchschnittliche Bewertung,
sondern auch die Anzahl der Rezensionen,
sowie den Grad der Uneinigkeit zwischen den Lesern.
Dieser Ansatz ermöglicht eine genauere Beurteilung der kulturellen und literarischen Bedeutung eines Buches als ein einzelner Durchschnittsindikator.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.












