Wissenschaftler haben eine genauere Methode zur Beurteilung von Fettleibigkeit bei älteren Menschen gefunden - und es ist nicht der BMI
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Wissenschaftler finden heraus, warum der BMI bei älteren Menschen nicht funktioniert
Das Verhältnis von Taille zu Körpergröße ist nachweislich ein genauerer Indikator für das Risiko von Fettleibigkeit und damit verbundenen Krankheiten bei älteren Menschen als der übliche Body-Mass-Index (BMI). Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universitäten von Sheffield und Nottingham.
Die Ergebnisse wurden im International Journal of Obesity veröffentlicht und beruhen auf einer Analyse der Daten der Health Survey for England aus den Jahren 2005 bis 2021.
Warum der BMI irreführend ist
Der BMI wird seit langem als primäres Maß für Fettleibigkeit verwendet, aber er berücksichtigt nicht die Verteilung des Körperfetts und die Muskelmasse. Dies ist besonders wichtig für ältere Erwachsene, die mit zunehmendem Alter eine Abnahme des Muskelgewebes erfahren.
Wie die Autoren der Studie erklären, kann der BMI deshalb ein falsches Gefühl von "Normalgewicht" vermitteln, während das Krankheitsrisiko hoch bleibt.
"Der BMI ist ein verständlicher und vertrauter Maßstab, aber er kann irreführend sein, insbesondere für ältere Menschen und solche mit geringer Muskelmasse", so Dr. Laura Gray von der Universität Sheffield.
Was ist der Vorteil des Verhältnisses von Taille zu Körpergröße
Das Verhältnis von Taille zu Körpergröße (WHtR) spiegelt besser die Menge an viszeralem Fett wider - die Fettablagerungen im Bauchbereich, die die Funktion der inneren Organe am meisten beeinträchtigen.
Im Gegensatz zum BMI, der typischerweise bis zum mittleren Alter ansteigt und dann wieder abnimmt, nimmt der WHtR mit dem Alter weiter zu und spiegelt so das steigende Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Demenz besser wider.
Eine einfache Richtlinie, die Wissenschaftler vorschlagen, lautet:
der Taillenumfang sollte nicht größer sein als die Hälfte der Körpergröße einer Person.
"Dieser Indikator ist leicht selbst zu messen - ein Maßband genügt. Wenn der Taillenumfang weniger als die Hälfte Ihrer Körpergröße beträgt, ist das ein gutes Zeichen", betonte Gray.
Fettleibigkeit und Alter: ein Problem nicht nur der persönlichen Wahl
Die Studie ergab, dass der Anstieg der Fettleibigkeit in England nicht nur mit individuellen Lebensstilentscheidungen zusammenhängt, sondern auch mit Veränderungen in der Umwelt - der Ernährung, der Verfügbarkeit von extrem verarbeiteten Lebensmitteln und dem Lebensstil im Allgemeinen.
Darüber hinaus steigt das Risiko für Fettleibigkeit mit dem Alter. Eine alternde Bevölkerung könnte zu einem weiteren Anstieg der Erkrankungen führen, wenn die Diagnose allein auf dem BMI basiert.
Die Forscher warnen: Wenn die Fettleibigkeit bei älteren Menschen unterschätzt wird, könnte dies dazu führen, dass viele Menschen nicht rechtzeitig eine präventive Gesundheitsversorgung erhalten.
Was dies für die öffentliche Gesundheit bedeutet
Die Ergebnisse unterstützen die Empfehlungen des britischen National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE), das empfiehlt, neben dem BMI auch das Verhältnis von Taille zu Körpergröße zu verwenden.
Die Autoren betonen, dass die weit verbreitete Meinung, es gebe eine "schützende Rolle von Übergewicht im Alter", überdacht werden muss - die Kontrolle des Taillenumfangs während des gesamten Lebens bleibt entscheidend.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.











