Wissenschaftler haben herausgefunden, warum Fußballfans oft gewalttätig werden

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Es geht um die Popularität dieses Sports mit einer ausgeprägten "Wir-gegen-die"-Psychologie.

Fußball ist der beliebteste Sport der Welt, aber seine Geschichte ist oft von Tragödien aufgrund von Gewalt unter den Fans getrübt.

Ein Beispiel ist der jüngste Vorfall in Nzérékoré, Guinea, wo nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung ein Konflikt ausbrach, bei dem mehr als 50 Menschen getötet wurden. Im Jahr 2022 wurden 135 Menschen getötet, als Tränengas eingesetzt wurde, um Fans in einem Stadion in Kanjuruhan, Indonesien, zu vertreiben.

Solche Vorfälle werden oft mit schlechter Organisation, schlechtem Management der Menschenmenge und Gruppenkonflikten in Verbindung gebracht. Aber warum ist Gewalt unter Fußballfans besonders häufig?

The Conversation antwortet

Erstens hat der Fußball ein riesiges Publikum, das oft in rivalisierende Gruppen aufgeteilt ist. Die Fans sehen ihr Team oft als Teil ihrer persönlichen Identität und den Gegner als Bedrohung.

Diese "Wir gegen sie"-Haltung erzeugt eine starke emotionale Beteiligung. In extremen Fällen kann dies bis zur Aggression eskalieren. Ein historisches Beispiel ist der"Fußballkrieg" zwischen El Salvador und Honduras im Jahr 1969, bei dem die politischen Spannungen bei Spielen eskalierten und sich zu einem echten bewaffneten Konflikt ausweiteten.

Gewalt äußert sich auf vielfältige Weise, von Beschimpfungen und Sachbeschädigungen bis hin zu Ausschreitungen und körperlichen Angriffen. Einige Studien zeigen, dass Fans, meist junge Menschen mit begrenzten Beschäftigungs- und Bildungschancen, eher zu diesem Verhalten neigen. Auch Alkohol- und Drogenkonsum können aggressive Einstellungen verstärken.

Auch soziale Faktoren beeinflussen die Spannungen. In einigen Ländern haben Stadionkrawalle nach der Pandemie zugenommen. In Großbritannien beispielsweise ist die Zahl der Festnahmen wegen ordnungswidrigen Verhaltens bei Fußballspielen im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie um 59 % gestiegen.

Was kann getan werden? An einigen Orten wurden bereits Fortschritte erzielt. In England ist dank verbesserter Sicherheitsvorkehrungen - Kameras, getrennte Sitzplätze, strengere Regeln - die Zahl der Vorfälle in den Stadien zurückgegangen. Aber das löst das Problem nicht vollständig, denn die Gewalt kann sich auch außerhalb der Arenen ausbreiten.

Experten schlagen umfassende Maßnahmen vor, von einer besseren Kontrolle des Zugangs zu den Stadien und einer vernünftigen Polizeiarbeit bis hin zu Programmen, die den Fans helfen, Rivalitäten als Chance für eine gesunde sportliche Interaktion und nicht als Grund für Schlägereien zu sehen.