Wissenschaftler haben herausgefunden, warum selbst ein lockerer Spaziergang Ihre Stimmung verbessern kann

Sogar regelmäßige Aktivität während des Tages - ein Spaziergang, Treppensteigen oder Hausarbeit - wird mit einer besseren Stimmung und einem Gefühl von Energie in Verbindung gebracht. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher, die die Daten von mehr als 8.000 Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenfassten.

Wichtig: Die Studie zeigt einen Zusammenhang auf, beweist aber nicht endgültig, dass Bewegung bei jedem Menschen immer direkt die Stimmung verbessert.

Details

Die Arbeit wurde von Wissenschaftlern der Ruhr-Universität Bochum, der Paris Lodron Universität Salzburg, des Karlsruher Instituts für Technologie und des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim durchgeführt. Die Ergebnisse sind in Nature Human Behaviour veröffentlicht.

Die Forscher verwendeten Daten von 67 internationalen wissenschaftlichen Gruppen. Die Analyse umfasste mehr als 300.000 Stimmungsfragebögen von mehr als 8.000 Teilnehmern. Dies ist eine der umfangreichsten Arbeiten über den Zusammenhang zwischen alltäglicher Bewegung und emotionalem Zustand.

Im Gegensatz zu Laborexperimenten wurde hier das reale Alltagsleben untersucht. Mit Hilfe von Smartphones, tragbaren Geräten und regelmäßigen Fragebögen wurde aufgezeichnet, wie viel sich die Menschen bewegten und wie sie sich zu verschiedenen Zeitpunkten des Tages fühlten.

Es stellte sich heraus, dass sich die Menschen im Allgemeinen vor und nach körperlicher Aktivität besser fühlten. Der Zusammenhang mit dem Gefühl, Energie zu haben, war besonders konsistent: Über 95% der Teilnehmer fühlten sich vor oder nach der Bewegung energiegeladener.

Aber es gab eine Nuance: Die Gelassenheit nahm im Gegenteil ab. Das heißt, eine Person konnte sich nach der Bewegung wacher und besser fühlen, aber nicht unbedingt entspannter.

Die Studie zeigte auch die Kehrseite des Zusammenhangs: Die Menschen bewegten sich eher, wenn sie bereits in guter Stimmung waren. Bewegung und emotionales Wohlbefinden verstärken sich also wahrscheinlich gegenseitig.

Warum das wichtig ist

Viele Menschen wissen, dass körperliche Aktivität vorteilhaft ist, aber das Wissen allein reicht oft nicht aus, um die Menschen zu mehr Bewegung zu bewegen. Neue Arbeiten zeigen, dass die Motivation nicht nur in den langfristigen gesundheitlichen Vorteilen liegt, sondern auch in den kurzfristigen Effekten: Schon ein wenig Bewegung am Tag kann mit einem besseren Wohlbefinden verbunden sein.

Dieser Zusammenhang war besonders bei Menschen mit einem geringeren Wohlbefinden zu beobachten. Nach Ansicht der Autoren unterstreicht dies das Potenzial der täglichen Bewegung für Menschen, die psychisch anfälliger sind.

Die Wissenschaftler betonen jedoch: Die Daten beweisen noch keine Kausalität. Es sind weitere Interventionsstudien erforderlich, um zu verstehen, ob Bewegung tatsächlich in jedem Fall die Stimmung verbessert und wie dies in der Therapie oder Prävention genutzt werden kann.

Hintergrund

Bisher wurden die positiven Auswirkungen von Bewegung auf die Stimmung häufiger in Labors oder in Studien untersucht, bei denen die Menschen zu einem einzigen Zeitpunkt beurteilt wurden. Die neue Arbeit ist wichtig, weil sie sich auf Alltagsdaten stützt: Die Teilnehmer lebten ein normales Leben, und Geräte und Fragebögen zeichneten ihre Aktivität und ihren Zustand mehrmals am Tag auf.

Dadurch können wir nicht nur das allgemeine Prinzip "Sport ist gut für Sie" besser verstehen, sondern auch eine praktischere Sache: Die Stimmung kann mit einfachen täglichen Aktivitäten zusammenhängen - Gehen, Treppensteigen, Putzen, Verlassen des Hauses.

Das bedeutet aber nicht, dass Bewegung bei jedem die gleiche Wirkung hat. Bei den meisten Teilnehmern verbesserte sich die Stimmung in der Nähe von Aktivitätsphasen, aber bei einigen sank sie auch. Die Autoren halten es daher für wichtig, persönliche und kontextbezogene Faktoren weiter zu untersuchen: welche Art von Aktivität für wen und in welcher Situation am besten funktioniert.

Quelle

Johanna Rehder et al. Eine Meta-Analyse der Daten einzelner Teilnehmer zum Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und affektivem Wohlbefinden im Alltag wird 2026 in Nature Human Behaviour veröffentlicht. Die Autoren kombinierten Daten von 67 internationalen Forschungsgruppen, mehr als 8.000 Teilnehmern und mehr als 300.000 Stimmungsfragebögen, um den Zusammenhang zwischen täglicher Aktivität und emotionalem Wohlbefinden zu untersuchen.