Wissenschaftler haben Hinweise auf seltsame "magnetische" Felsen auf dem Mond gefunden
Auf dem Mond wurden Spuren eines alten Einschlags gefunden, der ein Magnetfeld "eingeschaltet" hat.
Der Mond hat kein Magnetfeld. Aber Wissenschaftler haben jahrzehntelang hohe Magnetisierungswerte in seinen Gesteinen - insbesondere auf seiner Rückseite - festgestellt. Dieser Widerspruch hat die Wissenschaft verblüfft: Wie konnten sich solche "magnetischen" Gesteine bilden, wenn es kein Magnetfeld gibt?
Ein Forscherteam des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat eine originelle Erklärung gefunden - und sie könnte unser Verständnis der alten Geschichte des Mondes auf den Kopf stellen.
Lesen Sie mehr: Impact plasma amplification of the ancient lunar dynamo, Science Advances (2025). DOI: 10.1126/sciadv.adr7401
📌 Schwaches Feld, starker Einschlag
Wissenschaftler vermuten, dass der Mond vor Millionen von Jahren tatsächlich ein schwaches Magnetfeld hatte - ein Überbleibsel des internen "Dynamos" aus dem geschmolzenen Kern. Es war sehr schwach - 50 Mal schwächer als das der Erde. Das reicht nicht aus, um das Gestein in dem Maße zu magnetisieren, wie wir es feststellen können. Doch dann kam ein riesiger Asteroid dazwischen.
Als der Meteorit, der den Krater Imbrium hinterließ, auf dem Mond einschlug, ließ er die Oberfläche verdampfen und bildete eine riesige Wolke aus ionisiertem Plasma. Man geht davon aus, dass dieses Plasma um den Mond herumfloss und sich auf der gegenüberliegenden Seite sammelte - genau dort, wo die anomal magnetisierten Felsen aufgezeichnet wurden.
An diesem Punkt verstärkte das Plasma nicht nur lokal das Magnetfeld, sondern verursachte auch dessen kurzzeitige "Burst"-Verstärkung. Er dauerte nur etwa 40 Minuten, aber er reichte aus, damit sich die Felsen in der Einschlagzone an diese Anomalie "erinnerten" - aufgrund der Erschütterungen durch die Schockwelle.
🧲 Steine mit magnetischem Gedächtnis
Der Mechanismus, so die Wissenschaftler, ähnelte dem Schütteln eines Kartenspiels in einem Magnetfeld: wenn die Elektronen in den Mineralien Zeit haben, sich neu auszurichten und in einer neuen Position "einzufrieren". Dies ist die Aufzeichnung von magnetischen Informationen. Es kam also alles zusammen: lokale Feldverstärkung, seismische Erschütterungen und eine geeignete Gesteinschemie.
Die Ergebnisse der Modellierung, die in Science Advances veröffentlicht wurden, zeigen, dass eine solche Kombination von Faktoren - ein schwacher alter Dynamo und ein starker Schock mit einer Plasmawolke - durchaus die aufgezeichnete magnetische Anomalie verursacht haben könnte. Vor allem auf der Rückseite des Mondes, die sowohl die Schockwellen als auch den Plasmastrom "aufnahm".
🚀 Können wir das überprüfen?
Ja. Steine mit solchen Merkmalen werden in der Nähe des Südpols des Mondes gefunden, wo die NASA im Rahmen des Artemis-Programms Landungen plant. Wenn die Mission Proben liefert, wird es möglich sein, direkt nach Schockverformungen und Überresten von magnetischen Aufzeichnungen zu suchen.
Dies wird eine neue Seite im Verständnis nicht nur der Geschichte des Mondes aufschlagen, sondern auch, wie sich magnetische Anomalien auf anderen leblosen Körpern im Sonnensystem bilden.