Wissenschaftler haben Probleme bei beliebten "Designer"-Hunden gefunden

Labradoodles, Cockapoos und Kawapoos galten lange Zeit als die "perfekten" Hunde - freundlich, intelligent und familienfreundlich. Aber eine neue Studie zeigt, dass es vielleicht komplizierter ist als das.

Wissenschaftler des Royal Veterinary College (Großbritannien) analysierten das Verhalten von 9.402 Hunden, darunter sowohl Hybridrassen als auch ihre reinrassigen Elterntiere.

Der Schwerpunkt lag dabei auf drei beliebten Kreuzungen:

  • cockapoo (Cocker Spaniel + Pudel)
  • cavapoo (Cavalier King Charles Spaniel + Pudel)
  • labradoodle (Labrador + Pudel)

Das Verhalten wurde anhand von 12 Parametern bewertet, die von Aggression bis hin zu Angst und Erregbarkeit reichten. Dazu wurde der standardisierte C-BARQ-Fragebogen verwendet.

Details

Die Ergebnisse waren gemischt, zeigten aber einen wichtigen Trend.

  • In 44,4% der Fälle zeigten die Hybridrassen mehr unerwünschte Verhaltensmerkmale als mindestens eine der ursprünglichen Rassen
  • Nur in 9,7 Prozent der Fälle zeigten sie bessere Leistungen
  • In den anderen Fällen gab es keinen signifikanten Unterschied

Wer erwies sich als "am problematischsten"?

Die höchste Anzahl an unerwünschten Verhaltensmerkmalen wurde bei Kakadus festgestellt.

Sie schnitten in 16 von 24 Parametern am schlechtesten ab, darunter:

  • aggression gegenüber dem Besitzer
  • aggression gegenüber Fremden
  • übererregbarkeit

Kawapu wiesen außerdem häufiger auf

  • ängstlichkeit
  • angst vor anderen Hunden
  • trennungsprobleme

Labradoodles zeigten eher gemischte Ergebnisse:

  • in einigen Fällen schlechter
  • aber in einigen Fällen auch besser (z.B. weniger Aggression)

Warum das wichtig ist

"Designer"-Rassen sind vor allem deshalb so beliebt geworden, weil man glaubt, dass sie:

  • freundlicher
  • besser für Familien geeignet sind
  • leichter zu erziehen sind

Die Studie zeigt jedoch, dass sich diese Erwartungen nicht immer bewahrheiten.

Die Autoren betonen:

es geht nicht darum, dass Mischlingshunde im Allgemeinen "schlechter" sind.

Vielmehr ist ihr Verhalten:

  • weniger vorhersehbar
  • kann Züge beider Rassen vereinen
  • hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab - Erziehung, Umwelt und Haltungsbedingungen

Die Forscher drängen darauf:

  • eine realistischere Bewertung der Rassemerkmale
  • berücksichtigen Sie mögliche Verhaltensschwierigkeiten
  • achten Sie auf die Ausbildung und Sozialisierung

Dies ist sowohl für das Wohlbefinden der Hunde als auch für die Sicherheit und den Komfort ihrer Besitzer wichtig.

Beliebte 'Designer'-Hunderassen werden nicht immer ihrem Idealbild gerecht.

Untersuchungen zeigen, dass sie in einigen Fällen mehr problematische Verhaltensweisen zeigen können als ihre reinrassigen Vorfahren.

Quelle

PLOS Eins