Wissenschaftler warnen vor Tsunamigefahr im Mittelmeer
Das Mittelmeer wird selten mit Tsunamis in Verbindung gebracht, aber Wissenschaftler warnen: Die Gefahr solcher Wellen ist hier sehr real. In manchen Szenarien bleiben den Menschen an der Küste nur Minuten zur Flucht.
Nach Angaben der UNESCO beträgt die Wahrscheinlichkeit eines mindestens einen Meter hohen Tsunamis im Mittelmeer in den nächsten 30 Jahren 100%.
Historische Daten bestätigen dies:
an der Küste Frankreichs wurden solche Wellen dutzende Male aufgezeichnet, manchmal mit einer Höhe von mehr als zwei Metern.
Die Ursachen könnten sein:
- unterwasser-Erdbeben
- erdrutsche auf dem Meeresboden
- vulkanische Aktivität
Details
Die größte Gefahr ist die Zeit.
Wenn sich die Quelle eines Tsunamis in der Nähe befindet, kann die Welle die Küste in weniger als 10 Minuten erreichen.
Selbst bei weit entfernten Quellen - wie vor der Küste Nordafrikas - kann es nur etwa eine Stunde dauern.
Das bedeutet, dass klassische Warnsysteme möglicherweise einfach keine Zeit haben.
Warum das wichtig ist
Die Wissenschaftler betonen: Das Einzige, was uns unter solchen Bedingungen noch retten kann, sind im Voraus durchdachte Evakuierungsrouten.
Besonders gefährdet:
- dicht besiedelte Küstenstädte
- touristengebiete
- strände in der Hochsaison
An der Côte d'Azur zum Beispiel könnten Hunderttausende von Menschen gefährdet sein.
Hintergrund
Die Forscher sind der Meinung, dass sich die Küstenregionen des Mittelmeers auf solche Szenarien vorbereiten müssen, indem sie Evakuierungspläne entwickeln und die Menschen schulen.
Denn im Falle eines Tsunamis können buchstäblich Minuten entscheidend sein.
Quelle
Dieses Material basiert auf einer Studie über Tsunami-Risiken für die französische und die Mittelmeer-Küste.