Zuckerhaltige Getränke erhöhen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen - neue Studie

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Wissenschaftler haben erklärt, warum Sie nicht komplett auf Süßigkeiten verzichten sollten
07:00, 11.12.2024

Forscher der Universität Lund in Schweden haben herausgefunden, dass verschiedene Quellen von zugesetztem Zucker unterschiedliche Auswirkungen auf das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.



Ihre Studie, die in der Fachzeitschrift Frontiers in Public Health veröffentlicht wurde, ergab: Übermäßiger Konsum von zuckerhaltigen Getränken erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls, einer Herzinsuffizienz, von Vorhofflimmern und eines Aortenaneurysmas, während andere Süßigkeiten (wie z.B. Backwaren), wenn sie nur selten gegessen werden, mit einem geringeren Risiko verbunden sind, als wenn sie ganz vermieden werden.

"Unser überraschendstes Ergebnis ist die entgegengesetzte Beziehung zwischen dem Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen und den verschiedenen Zuckerquellen", sagte Susanne Jantzi, Doktorandin an der Universität Lund. Sie betonte, wie wichtig es ist, nicht nur die Menge des konsumierten Zuckers zu berücksichtigen, sondern auch seine Form und den Kontext, in dem er konsumiert wird.

Die Wissenschaftler analysierten Daten aus zwei großen schwedischen Kohortenstudien, der Schwedischen Mammographie-Kohorte und der Schwedischen Männerkohorte. Insgesamt wurden 69.705 Teilnehmer berücksichtigt. Die Forscher identifizierten drei Arten von Zucker: Zusatzstoffe wie Honig oder Marmelade ("Toppings"), gesüßte Produkte (z.B. Kuchen) und gesüßte Getränke. Sie untersuchten die Auswirkungen ihres Konsums auf das Risiko von sieben Herz-Kreislauf-Erkrankungen: zwei Arten von Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Aortenaneurysma, Vorhofflimmern und Aortenstenose.

Die Ergebnisse zeigten, dass Getränke mit zugesetztem Zucker das größte Risiko darstellten. Ihr häufiger Konsum erhöhte das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall, Herzversagen, Vorhofflimmern und ein abdominales Aortenaneurysma. Insgesamt erhöhte ein erhöhter Zuckerkonsum die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls und eines Aortenaneurysmas und steigerte das Risiko einer Herzinsuffizienz bei Menschen mit einem normalen Body-Mass-Index.

Interessanterweise erwies sich der vollständige Verzicht auf Süßigkeiten nicht als vorteilhafter. Ein mäßiger Verzehr von Süßigkeiten war mit einem geringeren Risiko für kardiovaskuläre Probleme verbunden als ein vollständiger Verzicht. Laut Jantzi könnte der Grund dafür bei denjenigen, die Süßigkeiten vollständig meiden, in den Ernährungsgewohnheiten oder vorbestehenden Gesundheitszuständen liegen.

Die Autoren betonen, dass ihre Ergebnisse auf einer schwedischen Stichprobe beruhen, in der die Kultur der 'fika' (Kaffeepause mit Gebäck) weit verbreitet ist. Die Ergebnisse lassen sich nicht unbedingt auf Länder mit anderen Ernährungstraditionen übertragen. Es sind weitere Untersuchungen erforderlich, um die Kausalität festzustellen und den Mechanismus der Wirkung der verschiedenen Zuckerarten zu verstehen.

Details: Added sugar intake and its associations with incidence of seven different cardiovascular diseases in 69.705 Swedish men and women, Frontiers in Public Health (2024). DOI: 10.3389/fpubh.2024.1452085

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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