25 Lichtjahre von der Erde entfernt wurde ein Planet entdeckt, auf dem nach Leben gesucht werden soll

Künstlerische Darstellung der Oberfläche der Supererde GJ 3378 b. Der Planet befindet sich etwa 25 Lichtjahre von der Erde entfernt und erhält von seinem Stern fast genauso viel Licht wie die Erde von der Sonne. Bildnachweis: Nikolai Berman / UC Irvine.

Astronomen haben die Daten zum Planeten GJ 3378 b, der nur 25 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, neu ausgewertet. Nach kosmischen Maßstäben ist dies fast schon die Nachbarschaft: Die Milchstraße hat einen Durchmesser von etwa 100.000 Lichtjahren, weshalb solche nahen Systeme für die Suche nach potenziell bewohnbaren Welten besonders wichtig sind.

Die wichtigste Neuigkeit: Der Planet ist leichter als bisher angenommen. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es sich nicht um einen gasförmigen Mini-Neptun handelt, sondern um eine felsige „Supererde“ – also einen Planeten, der größer ist als die Erde, ihr aber in seiner Zusammensetzung potenziell noch ähnelt.

Die neuen Daten wurden in einem Artikel veröffentlicht, der in „The Astrophysical Journal“ angenommen wurde.

Um welchen Planeten handelt es sich?

GJ 3378 b umkreist einen roten Zwerg – einen kleinen und kalten Stern vom M-Typ. Ein solcher Stern ist wesentlich kleiner und lichtschwächer als die Sonne, weshalb der Planet sehr nahe an ihm liegen kann und dennoch eine moderate Lichtmenge erhält.

Nach Angaben der NASA hat GJ 3378 b eine Masse von etwa 2,3 Erdmassen, umkreist seinen Stern in etwa 21,5 Tagen einmal vollständig und befindet sich in einer Entfernung von etwa 0,097 Astronomischen Einheiten vom Stern.

Zum Vergleich: Die Erde umkreist die Sonne in 365 Tagen. Bei roten Zwergen liegt die Zone, in der es warm genug für flüssiges Wasser sein könnte, jedoch viel näher am Stern.

Warum er als „erdähnlich“ bezeichnet wurde

Als der Planet erstmals beschrieben wurde, schätzte man seine Masse auf etwa 5,26 Erdmassen und seine Umlaufzeit auf fast 24,7 Tage. Eine neue Studie, die auf Daten mehrerer Spektrografen basiert, hat die Schätzung der Mindestmasse auf 2,3 Erdmassen gesenkt und die Umlaufzeit auf 21,45 Tage präzisiert.

Dies ist von Bedeutung. Je massereicher ein Planet ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er eine dichte Gashülle besitzt und eher einem Mini-Neptun als der Erde ähnelt. Ein leichterer Planet ist mit größerer Wahrscheinlichkeit gesteinsreich.

Einfacher ausgedrückt: Früher hätte GJ 3378 b wie ein zu schwerer Planet mit einer dichten Atmosphäre aussehen können. Nun ähnelt er eher einem Planeten, auf dem theoretisch eine feste Oberfläche vorhanden sein könnte.

Warum dort nach Leben gesucht wird

Der Planet befindet sich in der sogenannten bewohnbaren Zone seines Sterns. Dies ist ein Bereich, in dem bei einer geeigneten Atmosphäre flüssiges Wasser auf der Oberfläche des Planeten existieren könnte. Und Wasser ist der wichtigste Anhaltspunkt für Astrobiologen, da alles uns bekannte Leben darauf angewiesen ist.

Doch die „bewohnbare Zone“ bedeutet nicht, dass der Planet mit Sicherheit für Leben geeignet ist. Dies ist lediglich ein erster Filter.

Damit eine Welt tatsächlich der Erde ähnelt, sind noch weitere Bedingungen erforderlich: eine Atmosphäre, ein geeigneter Druck, keine allzu starke Strahlung, ein stabiles Klima sowie chemische Bedingungen, die es ermöglichen, dass Wasser in flüssiger Form vorliegt.

Worin besteht das größte Risiko?

Der Stern GJ 3378 ist ein Roter Zwerg. Solche Sterne sind in der Galaxie sehr verbreitet und daher für die Suche nach Leben von großer Bedeutung. Doch sie bergen ein Problem: Planeten in ihrer bewohnbaren Zone umkreisen den Stern in sehr geringer Entfernung.

Dies kann starke Strahlung und das Risiko eines Atmosphärenverlusts bedeuten. In der neuen Studie schreiben die Autoren ausdrücklich, dass sich GJ 3378 b nahe der sogenannten „kosmischen Küstenlinie“ befindet – einer bedingten Grenze, an der Planeten um Rote Zwerge aufgrund der Strahlenbelastung ihre Atmosphäre verlieren können.

Das heißt, der Planet ist zwar interessanter geworden, aber nicht automatisch sicherer. Er könnte felsig sein, doch die Wissenschaftler müssen noch herausfinden, ob er seine Atmosphäre bewahren konnte.

Wie er untersucht wurde

Der Planet wurde mithilfe der Radialgeschwindigkeitsmethode untersucht. Das bedeutet, dass die Astronomen den Planeten selbst nicht direkt sehen, sondern messen, wie seine Schwerkraft den Stern leicht „ins Schwanken bringt“.

Dazu wurden Daten des Infrarot-Spektrografen „Habitable-zone Planet Finder“ am Hobby-Eberly-Teleskop sowie zusätzliche Beobachtungen von NEID, CARMENES und SPIRou herangezogen. Die gemeinsame Auswertung dieser Daten ermöglichte es, die Masse und die Umlaufbahn des Planeten genauer zu bestimmen.

Es gibt dabei eine wichtige Nuance: Die Radialgeschwindigkeitsmethode liefert die Mindestmasse des Planeten. Die tatsächliche Masse könnte höher sein, wenn die Umlaufbahn in einer bestimmten Weise zu uns geneigt ist. Daher äußern sich die Wissenschaftler vorsichtig: GJ 3378 b ist nun vielversprechender, doch seine Natur muss noch genauer bestimmt werden.

Warum 25 Lichtjahre eine nahe Entfernung darstellen

Für den Menschen sind 25 Lichtjahre eine enorme Entfernung. Für Astronomen jedoch handelt es sich um die unmittelbare Umgebung der Sonne. Genau solche Planeten werden die ersten Kandidaten für künftige leistungsstarke Teleskope sein.

Je näher ein Planet ist, desto größer sind die Chancen, seine Atmosphäre – sofern vorhanden – eingehend zu untersuchen. In Zukunft könnten solche Objekte von großen bodengestützten Teleskopen der neuen Generation sowie von Weltraummissionen beobachtet werden, die auf die Suche nach Lebenszeichen ausgelegt sind.

Daher ist GJ 3378 b nicht als „zweite Erde“ von Bedeutung, sondern als nächstgelegener Kandidat, der es wert ist, untersucht zu werden.

Wonach die Wissenschaftler als Nächstes suchen werden

Die nächste große Frage lautet: Verfügt dieser Planet über eine Atmosphäre?

Sollte eine Atmosphäre vorhanden sein, könnten zukünftige Beobachtungen darin nach Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan, Sauerstoff oder anderen chemischen Spuren suchen. Doch selbst das Vorhandensein solcher Substanzen beweist nicht unmittelbar das Vorhandensein von Leben: Sie müssen im Zusammenhang mit den Bedingungen auf dem Planeten und der Aktivität des Sterns analysiert werden.

Vorläufig lautet die korrekte Formulierung: GJ 3378 b ist zu einem interessanteren Ziel für die Suche nach Leben geworden, doch Leben wurde dort noch nicht entdeckt.

Hintergrund

Rote Zwerge sind die häufigsten Sterne in unserer Galaxie. Daher ist die Frage, ob die Planeten um sie herum für Leben geeignet sein könnten, eine der zentralen Fragen der modernen Astronomie.

Einerseits gibt es sehr viele solcher Sterne, und Planeten um sie herum lassen sich leichter finden. Andererseits kann die Nähe der Planeten zu den Roten Zwergen gefährlich sein: Ausbrüche und Strahlung können die Atmosphäre zerstören.

GJ 3378 b fällt genau in diese wichtige Kategorie: eine nahegelegene Supererde um einen roten Zwergstern, die sich in der Zone mit potenziell flüssigem Wasser befindet, jedoch nahe der Grenze, ab der die Atmosphäre gefährdet sein könnte.

Quelle

Studie: Paul Robertson et al., „A Revised Mass and Period for the Habitable Zone super-Earth GJ 3378 b: A Planet Straddling the Cosmic Shoreline“, The Astrophysical Journal, 2026.