Astronomen haben ermittelt, wie groß die größte Galaxie des Universums ist
Einem internationalen Astronomenteam ist es gelungen, die bisher tiefsten Aufnahmen der Riesengalaxie IC 1101 zu erstellen und erstmals festzustellen, wo ihre Sternengrenzen enden. Die neuen Daten bestätigten, dass IC 1101 nach wie vor die größte bekannte Galaxie ist: Ihr Durchmesser beträgt etwa 1,7 Millionen Lichtjahre, was etwa dem 17-Fachen des Durchmessers der Milchstraße entspricht.
IC 1101 befindet sich im Zentrum des Galaxienhaufens Abell 2029. Solche riesigen Galaxien wachsen ständig, indem sie kleinere Nachbarn verschlingen.
Das Hauptproblem bestand darin, dass die äußeren Bereiche der Galaxie nahtlos in das schwache Leuchten der Sterne übergehen, das den Raum zwischen den Galaxien des Haufens ausfüllt. Aus diesem Grund konnten die Wissenschaftler lange Zeit nicht erkennen, wo die Galaxie selbst endet.
Details
Für die neue Studie nutzten die Astronomen die Weitwinkelkamera des Isaac-Newton-Teleskops.
Um die schwächsten äußeren Bereiche von IC 1101 sichtbar zu machen, entfernten die Forscher das Streulicht von mehr als 250 Vordergrundsternen aus den Aufnahmen. Dadurch gelang es ihnen, die tatsächliche äußere Grenze der Galaxie zu erkennen.
Nach Berechnungen der Wissenschaftler beträgt ihr Durchmesser etwa 520 Kiloparsec oder rund 1,7 Millionen Lichtjahre.
Das ist 17-mal größer als die Milchstraße
Zum Vergleich: Der Durchmesser unserer Galaxie – der Milchstraße – beträgt etwa 30 Kiloparsec.
Somit ist IC 1101 im Durchmesser etwa 17-mal größer als unsere Galaxie.
Die Forscher schätzten die Sternmasse dieses Giganten zudem auf etwa 3,4 Billionen Sonnenmassen.
Die Galaxie wächst weiter
Selbst nach der Bestimmung der Hauptgrenze entdeckten die Astronomen um IC 1101 herum acht sehr schwache, ausgedehnte Sternstrukturen.
Nach Ansicht der Autoren handelt es sich dabei um Spuren der anhaltenden Verschlingung anderer Galaxien. Mit anderen Worten: Die bislang größte bekannte Galaxie des Universums nimmt weiterhin an Größe zu.
Einige dieser Strukturen stimmen mit zuvor entdeckten Störungen im heißen Gas überein, die wahrscheinlich nach dem Zusammenstoß von Galaxienhaufen vor mehreren Milliarden Jahren entstanden sind.
Die Autoren weisen darauf hin, dass die Arbeit auf dem Preprint-Server arXiv veröffentlicht wurde und bislang noch keiner unabhängigen wissenschaftlichen Begutachtung unterzogen wurde.
Dennoch basieren die Ergebnisse auf den bislang tiefsten Beobachtungen von IC 1101 und ermöglichen eine deutlich genauere Einschätzung der Ausmaße dieses kosmischen Giganten.
Quelle
Studie: Carlos Marrero-de la Rosa et al.
Plattform: arXiv (Preprint), 2026.