Der Tourismus zerstört die Antarktis. Warum ist das so?

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100 Tonnen Schnee schmelzen in der Antarktis für jeden Touristen
23:00, 22.08.2025

Einer der abgeschiedensten und saubersten Orte der Erde, die Antarktis, leidet zunehmend unter den Auswirkungen der menschlichen Aktivitäten.



Wie Nature berichtet, haben Wissenschaftler einen Anstieg der Schwermetallbelastung in der Schneedecke des Kontinents festgestellt und führen dies auf den zunehmenden Tourismus und den Ausbau der wissenschaftlichen Basen zurück.

Laut einer in der Zeitschrift veröffentlichten Studie ist die Belastung mit schwermetallhaltigen Feinstaubpartikeln in den von Menschen besiedelten Gebieten der Antarktis heute 10 Mal höher als vor 40 Jahren. Die Hauptquelle der Verschmutzung ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe, insbesondere durch Schiffsmotoren, die Nickel, Zink, Kupfer und Blei freisetzen.

"Der Schnee in Gebieten, die von Touristen besucht werden, schmilzt aufgrund der Schadstoffpartikel schneller", erklärt Raul Cordero von der Universität Groningen in den Niederlanden, einer der Autoren der Studie. Ihm zufolge kann ein Tourist das Schmelzen von etwa 100 Tonnen Schnee beschleunigen.

In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der Touristen, die den Kontinent besuchen, von 20.000 auf 120.000 pro Jahr gestiegen, so die International Association of Antarctic Tour Operators. Neben dem Tourismus wird die Umweltverschmutzung durch den Langzeitaufenthalt wissenschaftlicher Expeditionen noch verschärft. Ihr ökologischer Fußabdruck kann 10 Mal größer sein als der eines einzelnen Touristen.

Vier Jahre lang untersuchte ein internationales Team von Wissenschaftlern aus Chile, Deutschland und anderen Ländern die Verschmutzung entlang von 2.000 Kilometern. Die Studie hebt auch positive Schritte hervor - wie das Verbot von schweren Schiffstreibstoffen und den Einsatz von Hybridschiffen - aber diese reichen nicht aus.

"Der Übergang zu erneuerbaren Energiequellen muss beschleunigt und die Nutzung fossiler Brennstoffe drastisch reduziert werden, um den Druck auf das antarktische Ökosystem zu verringern", heißt es in der Veröffentlichung.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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