Ein in einer griechischen Höhle entdeckter Schädel stellt sich als 286.000 Jahre alt heraus. Warum ist das wichtig?
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Wissenschaftler des Instituts für Paläoanthropologie des Menschen in Frankreich haben eine langjährige Kontroverse um einen Schädel aus der griechischen Höhle von Petralona beendet, der 1960 entdeckt worden war.
Wie Phys.org berichtet, haben Forscher mit Hilfe der Uran-Thorium-Datierung sein Mindestalter bestimmt - 286 ± 9 Tausend Jahre.
Der Schädel aus Petralona ist für Wissenschaftler schon lange von Interesse. Er gehört zu einem Mitglied der Gattung Homo, sieht aber nicht wie ein Neandertaler oder moderner Mensch aus. Sein Alter ist seit langem umstritten: frühe Schätzungen reichten von 170 bis 700 Tausend Jahren.
Die neue Studie, die im Journal of Human Evolution veröffentlicht wurde, basiert auf der Analyse der Kalzitkruste, die sich direkt auf der Oberfläche des Schädels gebildet hat. Unter Höhlenbedingungen verdunstet das mit löslichen Uranverbindungen gesättigte Wasser und hinterlässt mineralische Spuren. Diese Ablagerungen werden zu einer Art Zeitmarkierung, die es ermöglicht, den Zeitpunkt ihrer Entstehung mit hoher Präzision zu bestimmen.
Die Analyse ergab, dass sich die Kalzitschicht auf dem Schädel vor etwa 286 Tausend Jahren zu bilden begann, was bedeutet, dass der Fund nicht jünger als dieses Datum sein kann. Außerdem ist es möglich, dass der Schädel schon viel früher in der Höhle war, nur die Ablagerung der Mineralien begann später - nach der Feuchtigkeit.
Weitere Proben in verschiedenen Teilen der Höhle, einschließlich der Halle mit dem Namen "Mausoleum", zeigten, dass die Bildung von Stalaktiten an den Wänden vor mehr als 650 Tausend Jahren begann. Und die Schichten, die über dem Schädel liegen, wurden auf 228.000 Jahre datiert, was das Mindestalter bestätigt.
Je nachdem, ob der Schädel ursprünglich an der Wand befestigt war oder einfach auf dem Boden lag, schätzen die Wissenschaftler den Zeitraum seiner Ankunft in der Höhle auf 410 bis 277 Tausend Jahre.
Die wichtigste Schlussfolgerung der Autoren ist, dass der Schädel einen Vertreter einer primitiveren und separaten Entwicklungslinie darstellt, die weder mit dem Homo sapiens noch mit dem Neandertaler direkt verwandt ist. Dies bestätigt, dass verschiedene Homininengruppen im späten Mittelpleistozän in Europa koexistiert haben könnten.
Die vollständige wissenschaftliche Veröffentlichung finden Sie unter diesem Link: Christophe Falguères et al, New U-series dates on the Petralona cranium, a key fossil in European human evolution, Journal of Human Evolution (2025). DOI: 10.1016/j.jhevol.2025.103732
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.













