E-Zusatzstoffe in Wurstwaren und Soßen: neue Erkenntnisse über Krebs- und Typ-2-Diabetes-Risiken
Einige Lebensmittelkonservierungsstoffe, die in Europa häufig in industriell hergestellten Lebensmitteln und Getränken verwendet werden, können mit einem leicht erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten und Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht werden.
Dies geht aus zwei großen französischen Studien hervor, die im BMJ und in Nature Communications veröffentlicht wurden.
Was sie untersuchten
Beide Arbeiten basieren auf Daten des groß angelegten französischen NutriNet-Santé-Projekts, bei dem Zehntausende von Teilnehmern regelmäßig detaillierte Fragebögen zur Ernährung ausfüllen. Die Forscher verglichen die Ernährung (einschließlich des Konsums bestimmter Konservierungsstoffe) mit den Krankheiten, die die Teilnehmer nach jahrelanger Beobachtung entwickelten.
Verbindung zu Krebs: was die BMJ-Daten nahelegen
In der BMJ-Studie berichten die Autoren von "mehrfachen Assoziationen" zwischen dem Verzehr von Konservierungsstoffen, die in industriellen Lebensmitteln und Getränken üblich sind, und einem höheren Auftreten von Krebs im Allgemeinen sowie von Brust- und Prostatakrebs.
Zu den untersuchten Substanzen gehören Nitrite und Nitrate, die häufig bei der Herstellung von Schinken, Speck, Würstchen und anderen Fleischprodukten verwendet werden.
Dabei geht es nicht um eine "Krankheitsgarantie", sondern um statistische Zusammenhänge: Der bloße Kauf eines Produkts mit Konservierungsstoffen bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Person krank wird, betonen die Autoren und externe Experten.
Der Zusammenhang mit Diabetes: Was die Arbeit in Nature Communications gezeigt hat
In der zweiten Studie (Nature Communications) fanden die Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr bestimmter Konservierungsstoffe und dem Risiko von Typ-2-Diabetes. Die Ergebnisse beziehen sich insbesondere auf Sorbate (z.B. Kaliumsorbat, E202) und eine Reihe anderer Zusatzstoffe, die die Autoren nach unterschiedlichen Konsummengen analysierten.
Warum die Wissenschaftler darum bitten, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen
Bei beiden Studien handelt es sich um Beobachtungsstudien: Sie zeigen Zusammenhänge auf, beweisen aber keine Kausalität. Die Ergebnisse können durch "beitragende Faktoren" beeinflusst werden - zum Beispiel durch die allgemeinen Essgewohnheiten, den Anteil an extrem verarbeiteten Lebensmitteln, Alkohol und andere. Daher fordern die Experten weitere Untersuchungen.
Was die Autoren und Experten raten
Die wichtigste praktische Schlussfolgerung klingt eher traditionell: häufiger zu den am wenigsten verarbeiteten Lebensmitteln greifen und die "Hintergrundbelastung" durch Zusatzstoffe aus industrialisierten Lebensmitteln reduzieren - ohne Panik und Extreme, aber mit Augenmerk auf die Zusammensetzung