Ein neuer Leitfaden für alle, die mit dem Rauchen aufhören wollen: Was wirklich funktioniert

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Kanadische Ärzte haben eine Liste mit effektiven Methoden zur Raucherentwöhnung zusammengestellt
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Pixabay/CC0 Public Domain
23:00, 25.08.2025

Tabakrauchen ist nach wie vor die Hauptursache für vermeidbare Krankheiten und Todesfälle.



Trotz des Bewusstseins über die schädlichen Auswirkungen rauchen Millionen von Menschen aufgrund einer starken Sucht weiter. Als Reaktion auf dieses Problem hat die kanadische Task Force für Präventivmedizin einen neuen Leitfaden herausgegeben, der eine Vielzahl von bewährten Methoden zur Raucherentwöhnung enthält, von Verhaltensmaßnahmen bis hin zu Medikamenten.

Das Canadian Medical Association Journal berichtet.

Ein individueller Ansatz

"Mit dem Rauchen aufzuhören ist schwierig. Oft müssen Sie mehrere Ansätze ausprobieren: Beratung, Medikamente oder eine Kombination aus beidem", erklärt einer der Autoren des Dokuments, der in Calgary ansässige Notfallarzt Eddie Lang.

Der Leitfaden bietet ein "Menü" von Strategien, die auf die persönlichen Vorlieben zugeschnitten werden können. Er richtet sich an Patienten, Ärzte und Spezialisten für die Raucherentwöhnung und entspricht internationalen Standards.

Was raten Kliniker?

  1. Klären Sie den Raucherstatus eines jeden Patienten.

  2. Fördern Sie die Raucherentwöhnung mit den empfohlenen Methoden.

  3. Nutzen Sie die gemeinsame Entscheidungsfindung - wählen Sie gemeinsam mit dem Patienten einen Ansatz, der seinen Bedürfnissen Rechnung trägt.

Empfohlene Methoden

Verhaltenstherapeutische Maßnahmen:

  • Beratung durch einen Allgemeinmediziner;

  • Einzel- oder Gruppenberatung durch eine zertifizierte Fachkraft (auch per Telefon);

  • Therapeutische SMS;

  • Aufklärungsmaterial zum Selbststudium.

Medikamentöse Unterstützung:

  • Nikotinersatztherapie: Pflaster, Kaugummi, Lutschtabletten, Inhalatoren, Sprays;

  • Vareniclin;

  • Bupropion;

  • Cytisin (Naturheilmittel).

Kombinierte Ansätze - Verhaltensunterstützung + Medikamente - sind besonders wirksam.

Akupunktur, Hypnose, Lasertherapie, Stromstimulation, Ohrakupunktur, Johanniskraut und SAMe werden nicht empfohlen.

Die Empfehlungen gehen nicht auf den traditionellen Tabakkonsum der indigenen Völker in Kanada ein.

E-Zigaretten: nur wenn nichts anderes hilft

Obwohl Verdampfungsgeräte bei der Raucherentwöhnung helfen können, wird ihre Verwendung nur empfohlen, wenn andere Methoden versagt haben. Die Geräte sind oft nicht standardisiert, es fehlen Langzeitsicherheitsdaten und sie helfen nicht immer bei der Nikotinabhängigkeit.

Warum das wichtig ist

Im Jahr 2022 rauchten 11% der Kanadier im Alter von über 15 Jahren Tabak, davon 75% täglich. Rauchen erhöht das Risiko von Lungen-, Mund-, Rachen- und Blasenkrebs sowie von Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen erheblich. Einsame Menschen, LGBT+-Personen, Ureinwohner, Menschen mit psychischen Problemen und Arbeitnehmer ohne spezielle Qualifikationen bleiben besonders gefährdete Gruppen.

Wie die Mitautorin des Leitfadens, Dr. Donna Reynolds, betont, "wird die Anwendung dieser bewährten und praktischen Methoden den Menschen helfen, dem Ziel, mit dem Rauchen endgültig aufzuhören, näher zu kommen". Und CMAJ-Redakteur Dr. Matthew Stanbrook fügt hinzu: "Kanada hat zwar große Fortschritte bei der Verringerung der Raucherquote gemacht, aber es ist wichtig, diejenigen zu unterstützen, die immer noch mit dieser Sucht zu kämpfen haben."

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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