Ein Wissenschaftler hat einen Weg vorgeschlagen, das Leben auf der Erde nach dem Untergang der Sonne zu erhalten
Eines Tages werden die Wasserstoffvorräte der Sonne erschöpft sein, sie wird sich in einen Roten Riesen verwandeln und die Erde unbewohnbar machen. Ein britischer Forscher ist jedoch der Ansicht, dass die Menschheit diesem Schicksal theoretisch entgehen könnte, ohne ihren Heimatplaneten verlassen zu müssen. Er hat eine Reihe von technischen Lösungen vorgeschlagen, die es nach seinen Berechnungen ermöglichen würden, die Erde noch für Milliarden oder sogar Billiarden von Jahren bewohnbar zu erhalten.
Nach aktuellen Schätzungen wird die Leuchtkraft der Sonne in etwa einer Milliarde Jahren so stark zunehmen, dass die Ozeane der Erde zu verdampfen beginnen. Später wird sich der Stern in einen Roten Riesen verwandeln, der die inneren Planeten des Sonnensystems verschlingen könnte.
Danach wird die Sonne ihre äußeren Schichten abwerfen und zu einem Weißen Zwerg werden – einem kleinen, aber sehr trüben Sternrest.
Details
Der Autor der Studie schlägt gleich mehrere hypothetische Technologien vor.
Die erste besteht darin, einen riesigen Schirm zwischen der Erde und der Sonne zu errichten. Dieser soll die übermäßige Strahlung des Roten Riesen abschirmen.
Doch dann bliebe der Planet ohne Licht. Daher schlägt der Forscher vor, das Sonnenlicht durch künstliches Licht zu ersetzen. Als Energiequelle könnten nach seinen Berechnungen Kernfusionsreaktoren dienen, die in der mit Wasserstoff und Helium angereicherten Atmosphäre des Jupiter betrieben werden.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass die sich ausdehnende Sonne die Erde verschlingen könnte. Um dies zu verhindern, schlägt der Wissenschaftler vor, den Radius der Erdumlaufbahn schrittweise zu vergrößern, und zwar mithilfe komplexer Gravitationsmanöver mit Materieströmen, die in der Nähe des Planeten ausgestoßen werden.
Darüber hinaus untersucht der Autor Möglichkeiten, die geologische Aktivität der Erde auch dann aufrechtzuerhalten, wenn ihre inneren Prozesse bereits nachlassen.
Der Forscher betont, dass es sich hierbei nicht um ein Projekt handelt, das in naher Zukunft umgesetzt werden kann.
Alle vorgeschlagenen Lösungen basieren auf bekannten Gesetzen der Physik, doch die heutigen Technologien erlauben es noch nicht, weder einen gigantischen Sonnenschutzschild noch groß angelegte Kernfusionskraftwerke in der Jupiteratmosphäre zu errichten.
Dennoch zeigt die Arbeit, dass der Erhalt des Lebens auf der Erde nach der Entwicklung der Sonne aus physikalischer Sicht möglicherweise nicht grundsätzlich unmöglich ist.
Warum nicht auf einen anderen Planeten umziehen?
Der Autor ist der Ansicht, dass der Bau solcher Systeme kostengünstiger sein könnte als die Umsiedlung der Menschheit zu einem anderen Stern. Darüber hinaus würde ein solches Szenario es ermöglichen, die gewohnte Lebensumgebung zu bewahren und die mit interstellaren Reisen verbundenen Risiken zu vermeiden.
Quelle
Studie: Gabriel Harry. Retaining Earth’s Habitability Beyond the Life of the Sun.
Zeitschrift: Journal of the British Interplanetary Society (2026).