Erdogan forderte Macron auf, die Türkei bei der Gestaltung eines neuen europäischen Sicherheitssystems zu berücksichtigen
- Startseite
- Im Ausland
- Erdogan forderte Macron auf, die Türkei bei der Gestaltung eines neuen europäischen Sicherheitssystems zu berücksichtigen


Die Türkei verfügt über die zweitgrößte Armee des Bündnisses.
Auf dem NATO-Gipfel in Den Haag hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan gefordert, die Türkei in die Bildung einer neuen europäischen Sicherheitsarchitektur einzubeziehen. Dies teilte die Verwaltung des Staatsoberhauptes mit und betonte, dass die Türkei zwar nicht Teil der EU ist, aber als NATO-Mitglied ein strategischer Partner der europäischen Länder bleibt und eine aktivere Rolle in den Verteidigungsprozessen des Kontinents spielen möchte.
Bei bilateralen Gesprächen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron betonte Erdogan: Europa braucht ein breiteres Bündnis, um ein modernes Sicherheitssystem aufzubauen, an dem die Türkei voll beteiligt sein sollte.
Bloomberg wiederum stellt fest, dass der türkische Staatschef seit langem an der gemeinsamen Entwicklung und dem Kauf des europäischen Flugabwehrraketensystems SAMP/T interessiert ist, das von dem von Frankreich und Italien gegründeten Konsortium Eurosam hergestellt wird. Das System, das mit der Aster-Raketenfamilie ausgestattet ist, soll Angriffe von Flugzeugen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen abwehren und sowohl Truppen als auch feste Einrichtungen schützen.
Ankara sieht SAMP/T als Schlüsselkomponente für den Aufbau seines eigenen Raketenabwehrschildes, dem Steel Dome-Projekt, das in den nächsten zwei bis drei Jahren in Angriff genommen werden soll. Erdogan erwartet, dass die Zustimmung Macrons die Umsetzung dieser Pläne beschleunigt und die Verteidigungskapazitäten der Türkei stärkt", schreibt die Publikation.
Inmitten der Spannungen im Nahen Osten und der Eskalation zwischen Israel und dem Iran hat Erdogan letzte Woche eine Erhöhung der Produktion türkischer Mittel- und Langstreckenraketen angeordnet. Dies soll nach Ansicht Ankaras die nationale Sicherheit stärken und das Ansehen der Türkei in der NATO erhöhen.
Bloomberg präzisiert: Der türkische Präsident strebt nicht nur eine technische Zusammenarbeit an, sondern auch die politische Anerkennung des Landes als wichtiges Element des europäischen Verteidigungssystems.
Gleichzeitig hat sich Frankreich bisher gegenüber Ankaras Bitten zurückhaltend gezeigt: Das letzte Mal, als die Türkei versuchte, dem Kauf von SAMP/T im Jahr 2020 zuzustimmen, gab Macron eine negative Antwort.
Jetzt, angesichts der neuen Realitäten und des veränderten Kräfteverhältnisses, hofft die Türkei, dass Paris offener für einen Dialog sein wird", so die Zeitung.

Journalistin und Redakteurin von Nachrichten- und Analysesendungen.












