Gehirnfressende Amöbe" in australischer Wasserversorgung entdeckt
Ein seltener und tödlicher Mikroorganismus - die Amöbe Naegleria fowleri, besser bekannt als die "hirnfressende Amöbe" - wurde in der Wasserversorgung von zwei australischen Städten in Queensland, Augatella und Charleville, entdeckt.
Dies berichtet die Zeitung The Conversation.
Nach Angaben der Behörden wurde der Erreger im Trinkwasser von Gesundheitszentren und im Versorgungssystem beider Städte gefunden. Der Gemeinderat hat eine Warnung vor der potenziellen Bedrohung herausgegeben und Ratschläge an Einwohner und Touristen erteilt.
Die Amöbe N. fowleri lebt in warmem Süßwasser - 25 bis 40°C - in Flüssen, Seen, Teichen und heißen Quellen. Wenn sie über die Nase aufgenommen wird, kann sie über den Geruchsnerv in das Gehirn eindringen und eine akute entzündliche Erkrankung namens primäre Amöbenmeningoenzephalitis verursachen. Zu den Symptomen gehören Kopfschmerzen, Erbrechen, Verwirrung, Krampfanfälle und Fieber. Die Krankheit verläuft fast immer tödlich: der Tod tritt etwa 5 Tage nach Auftreten der Symptome ein. Allerdings sind Infektionsfälle extrem selten. Von 1962 bis 2024 wurden in den Vereinigten Staaten nur 167 Fälle registriert, von denen nur vier überlebten.
Es ist wichtig zu wissen, dass eine Infektion nur auftreten kann, wenn kontaminiertes Wasser mit der Nase in Berührung kommt, z.B. beim Schwimmen, Wasserskifahren, Duschen oder Nasenspülen. Das Trinken von solchem Wasser verursacht keine Krankheit. Im Jahr 2023 starb in den USA ein 16 Monate altes Baby, nachdem es Wasser von einem kontaminierten "Splash Pad" - einem Planschbecken für Kleinkinder - eingeatmet hatte.
Wie die Amöbe in das System gelangte, ist noch unklar. Möglicherweise wurde das als Wasserversorgung genutzte Fluss- oder Grundwasser kontaminiert.
Gemäß den australischen Gesundheitsvorschriften wird das Leitungswasser regelmäßig getestet und seine Qualität überwacht. Wenn jedoch eine Amöbe gefunden wird, werden Chlorierung und andere Desinfektionsmaßnahmen empfohlen.
Experten betonen, dass das Infektionsrisiko äußerst gering ist. Im Bereich der potenziellen Bedrohung sollten Sie jedoch vermeiden, Wasser in die Nase zu bekommen: Tauchen Sie nicht, waschen Sie sich nicht unter starkem Druck, lassen Sie Kinder nicht mit Spritzern spielen. Es ist sicher, im Meer und in ordnungsgemäß behandelten Schwimmbädern zu schwimmen - salziges und gechlortes Wasser ist zerstörerisch für N. fowleri.