"Grüner" Urlaub ohne Schummeln: Tipps für Touristen

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Wie Sie Greenwashing bei der Auswahl eines Hotels erkennen
Vincent Gerbouin/Pexels
18:00, 22.12.2025

Experten haben erklärt, wie Sie Greenwashing auf Reisen erkennen können.



Immer mehr Reisende bemühen sich, umweltfreundliche Urlaubsoptionen zu wählen. Umfragen zufolge sind rund 93% der Reisenden bereit, bei der Planung ihrer Reise auf Nachhaltigkeit zu achten. Als Reaktion auf diese Nachfrage bezeichnen sich die Hotels zunehmend als "grün", "umweltfreundlich" und "nachhaltig". Den lauten Behauptungen folgen jedoch nicht immer echte Taten, berichtet The Conversation.

Experten warnen, dass einige dieser Versprechen ein Beispiel für Greenwashing sind, wenn Umweltfreundlichkeit als Marketingtrick eingesetzt wird.

Wenn "Öko" nur ein Wort ist

Greenwashing liegt vor, wenn Unternehmen behaupten, sich für die Umwelt zu engagieren, dies aber nicht mit echten und messbaren Maßnahmen untermauern. In einer Studie, die im Journal of Vacation Marketing veröffentlicht wurde, haben die Autoren untersucht, wie Reisende die Umweltversprechen von Hotels wahrnehmen.

Es stellte sich heraus, dass viele Gäste skeptisch waren. Einfache Maßnahmen, wie die Aufforderung, die Handtücher seltener zu wechseln oder die Klimaanlage auszuschalten, werden als unbedeutend empfunden, und es geht eher darum, Geld zu sparen als die Umwelt zu schützen. Die Studienteilnehmer stellten fest, dass solche Initiativen die Verantwortung auf die Kunden abwälzen, ohne systemische Probleme wie Lebensmittelabfälle, Reinigungschemikalien oder Energieverbrauch anzugehen.

Übertriebene grüne Slogans und Beschilderungen wurden ebenfalls misstrauisch beäugt, da die Reisenden sie eher als Branding-Element denn als Beweis für echte Veränderungen wahrnahmen.

Was das Vertrauen der Gäste stärkt

Gleichzeitig hat die Studie gezeigt, dass das Vertrauen steigt, wenn Hotels detailliert erklären, welche Maßnahmen sie ergreifen, konkrete Daten liefern und offen über ihre Einschränkungen sprechen. In solchen Fällen sind die Gäste sogar bereit, mehr für ihren Aufenthalt zu bezahlen.

In den letzten Jahren sind unabhängige Zertifizierungssysteme entstanden, die die Nachhaltigkeit von Hotels nach klaren Kriterien bewerten. Solche Register stehen nicht in direktem Zusammenhang mit der Tourismusbranche und setzen Mindeststandards voraus.

Worauf Sie bei der Buchung achten sollten

Experten raten Reisenden, auf einige Anzeichen zu achten, die helfen, echte Umweltinitiativen von Greenwashing zu unterscheiden:

  • Unabhängige Zertifizierung. Seriöse Hotels führen anerkannte Zertifizierungen Dritter wie EarthCheck oder Green Key auf. Das Fehlen von Informationen zur Verifizierung ist ein Grund zum Zweifel.

  • Konkretes statt Allgemeinplätze. Zahlen, Zeitpläne und klare Maßnahmen sind vertrauenswürdig. Formulierungen wie "umweltfreundlich" oder "planetenfreundlich" ohne Erklärung sind zu vage.

  • Gleichen Sie Versprechen mit der Realität ab. Aussagen von Gästen, Fotos und persönliche Beobachtungen sollten die Behauptungen untermauern - zum Beispiel die Verfügbarkeit von Recycling- oder wiederverwendbaren Hygieneprodukten.

  • Wer trägt die Hauptlast der Belastung. Wenn sich die gesamte "Umweltfreundlichkeit" auf die Wünsche der Gäste beschränkt und keine Investitionen in Energieeffizienz und Wassereinsparung getätigt werden, ist dies ein Warnsignal.

  • Ehrlichkeit in Bezug auf die Grenzen der Kapazität. Kein Hotel kann vollständig nachhaltig sein. Das Eingeständnis von Herausforderungen und das Aufzeigen von Zielen scheint überzeugender zu sein als Aussagen wie "keine Auswirkungen".

Reisende können den Markt auch dadurch beeinflussen, dass sie vor der Buchung Fragen stellen, unabhängige Bewertungen recherchieren und in ihren Kommentaren nach der Reise Praktiken aus dem wirklichen Leben erwähnen.

Warum das wichtig ist

Da nachhaltiger Tourismus zur Norm wird, ist das Bewusstsein der Verbraucher entscheidend. Die Fähigkeit, Greenwashing zu erkennen, hilft dabei, Unternehmen zu unterstützen, die tatsächlich Umweltschäden reduzieren, und verringert die Wirksamkeit leerer "grüner" Versprechen.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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