Heirat verbessert die Gesundheit von Männern, aber nicht die von Frauen: neue Erkenntnisse kanadischer Wissenschaftler

Früher ging man davon aus, dass sich die Ehe positiv auf die Gesundheit von Männern und Frauen auswirkt.

Eine neue Studie kanadischer Wissenschaftler von der Universität Toronto hat jedoch ergeben, dass die gesundheitlichen Auswirkungen des Familienlebens vom Geschlecht abhängen.

Die Ergebnisse, die in der Zeitschrift International Social Work veröffentlicht wurden, zeigen, dass Männer mehr gesundheitliche Vorteile aus der Ehe ziehen als Frauen.

An der Studie nahmen 7.641 Personen im Alter zwischen 45 und 85 Jahren teil. Die Teilnehmer beschrieben ihren Gesundheitszustand, ihre Lebensqualität, ihren Familienstand und ihre Erfahrungen mit Heirat, Scheidung oder Verlust eines Partners. Die Ergebnisse zeigten, dass verheiratete Männer im Vergleich zu denjenigen, die nie verheiratet waren, eine höhere Wahrscheinlichkeit hatten, komfortabel und ohne ernsthafte gesundheitliche Probleme zu altern.

Den Forschern zufolge kann die Ehe Männer zu einem gesunden Lebensstil motivieren, der das Risiko von Krankheiten wie Demenz und Herz-Kreislauf-Problemen verringert. Das Zusammenleben kann die Vermeidung schlechter Gewohnheiten und regelmäßige Bewegung fördern, was sich positiv auf die Gesundheit der Ehepartner auswirkt.

Bei den Frauen ergab sich jedoch ein anderes Bild. Zwischen verheirateten und unverheirateten Frauen gab es kaum Unterschiede in der Gesundheit. Außerdem hatten diejenigen, die nie verheiratet waren, eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu altern, wie die Befragten, die geschieden oder verwitwet waren.

Die Forscher fanden auch heraus, dass der Umgang mit Familie und Freunden, die richtige Ernährung und das Vermeiden schlechter Angewohnheiten älteren Menschen helfen, den Alterungsprozess besser zu bewältigen.

Diese Faktoren sind sowohl für Männer als auch für Frauen wichtig, aber die geschlechtsspezifischen Unterschiede müssen bei der Gestaltung von Unterstützungsprogrammen für ältere Menschen berücksichtigt werden.

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Notwendigkeit, geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Planung von Unterstützungsmaßnahmen für ältere Menschen zu berücksichtigen, insbesondere für diejenigen, die noch nie verheiratet waren oder die eine Scheidung oder den Verlust eines Partners erlebt haben.