Ihr Arbeitsstress überträgt sich auf Ihren Hund - Wissenschaftler haben erklärt, warum
Können Sie den Arbeitsstress nicht loslassen? Ihr Hund spürt ihn - und leidet mit Ihnen
Wenn Sie gestresst von der Arbeit nach Hause kommen und scheinbar nicht von Ihren Arbeitsproblemen abschalten können, ist Ihr vierbeiniger Freund nicht gleichgültig gegenüber diesem Zustand. Eine neue Studie von Wissenschaftlern der Washington State University, die in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass Hunde den Stress ihrer Besitzer spüren und übernehmen. Und dabei geht es nicht einmal um den höchsten Grad an Arbeitsstress, sondern darum, wie sehr ein Mensch in der Lage ist, geistig von der Arbeit "abzuschalten", wenn er nach Hause kommt.
Details: Tanya Mitropoulos et al, Dog owners' job stress crosses over to their pet dogs via work-related rumination, Scientific Reports(2025). DOI: 10.1038/s41598-025-01131-x
Kernaussage der Studie
Die Forscher untersuchten das Verhalten von 85 Berufstätigen, die Hunde besaßen. Die Besitzer wurden gebeten, Fragebögen auszufüllen, in denen sie ihr Stressniveau bei der Arbeit und die Häufigkeit, mit der sie in ihrer Freizeit über Arbeitsprobleme nachdachten (sogenanntes Grübeln), beschreiben sollten. Darüber hinaus beobachteten die Teilnehmer das Verhalten ihrer Haustiere und notierten Anzeichen von Stress bei den Tieren.
Die Ergebnisse waren aufschlussreich: Hunde, deren Besitzer häufig über die Arbeit nachdachten, zeigten deutliche Anzeichen von Angstzuständen. Die Tiere wimmerten häufiger, liefen nervös in der Wohnung umher und wurden weniger verspielt. Interessanterweise bemerkten viele Besitzer nicht einmal, dass sich das Verhalten ihrer Haustiere veränderte, und brachten es nicht mit ihrem emotionalen Zustand in Verbindung.
Warum überträgt sich der Stress auf das Haustier?
Tatsache ist, dass Hunde sehr gut in der Lage sind, den emotionalen Zustand eines Menschen an der Intonation, der Gestik, dem Gesichtsausdruck und sogar der Atmung zu erkennen. Wenn ein Mensch ständig über Arbeitsprobleme nachdenkt, bleibt er angespannt, nervös und kann sich nicht entspannen. Das Tier spürt das und beginnt sich deshalb auch Sorgen zu machen.
Wie die Autoren der Studie betonen, wissen Hunde nichts über Ihre beruflichen Schwierigkeiten, Ihre Berufsbezeichnung oder Konflikte mit Ihrem Chef. Aber sie können sehr wohl spüren, wenn ihr Besitzer verärgert, ängstlich oder abgelenkt ist.
Wie können Sie Ihrem Hund (und sich selbst) helfen?
Forscher geben einige Empfehlungen, wie Sie die negativen Auswirkungen Ihres Arbeitsstresses auf Ihren Hund minimieren können:
Üben Sie Achtsamkeit. Meditation, tiefes Atmen oder einfach nur die Fähigkeit, im Hier und Jetzt zu sein, können Ihnen helfen, Ihren Fokus von der Arbeit nach Hause zu verlagern.
Schaffen Sie sich ein Ritual für den Feierabend. Ein kurzer Spaziergang oder das Wechseln der Kleidung signalisiert Ihrem Gehirn (und Ihrem Haustier), dass die Arbeit vorbei ist.
Verbringen Sie viel Zeit mit Ihrem Hund. Legen Sie Ihr Telefon weg, spielen Sie, machen Sie Sport oder kuscheln Sie einfach mit Ihrem Haustier - seien Sie ganz bei der Sache.
Achten Sie auf Ihre Körpersprache. Denken Sie daran, dass Tiere sehr empfindlich auf Ihre Stimmung, Intonation und Gesten reagieren.
Schaffen Sie zu Hause eine ruhige Atmosphäre. Tiere brauchen Stabilität und Ruhe, um sich sicher zu fühlen.
Bitten Sie um Hilfe. Wenn der Stress am Arbeitsplatz unerträglich wird, sollten Sie einen Psychologen aufsuchen oder die Situation mit der Geschäftsleitung besprechen.
Schlussfolgerungen der Studie
Die wichtigste Schlussfolgerung der Wissenschaftler ist, dass Arbeitsstress nicht bei der Arbeit bleibt - er geht in das Privatleben über, und nicht nur die Menschen selbst, sondern auch ihre Tiere leiden darunter. Daher ist es wichtig, rechtzeitig zu lernen, wie man "umschaltet", um negative Emotionen nicht auf geliebte Menschen, einschließlich Vierbeiner, zu übertragen.
Denken Sie daran: Ihre emotionale Gesundheit wirkt sich direkt auf das Wohlbefinden Ihres Haustiers aus. Wenn Sie sich um sich selbst kümmern, kümmern Sie sich auch um die, die Sie lieben.