Ihr Hund beobachtet sogar, wie Sie blinzeln
Hunde reagieren sogar auf kaum wahrnehmbare Bewegungen des menschlichen Gesichts. In einem neuen Experiment blinzelten sie häufiger, wenn sie Menschen beim Blinzeln beobachteten, wobei sie stärker auf ihre Besitzer reagierten.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Hund seinen Besitzer bewusst nachahmt. Wissenschaftler haben nicht festgestellt, dass Hunde regelmäßig unmittelbar nach einem Menschen blinzeln.
Details
Forscher der Universität Parma untersuchten 35 Haushunde. Jedem Hund wurde ein Video seines Besitzers sowie eines unbekannten Mannes und einer unbekannten Frau gezeigt.
In einem Video blinzelten die Personen etwa alle drei Sekunden, im anderen blickten sie ohne zu blinzeln geradeaus. Das Verhalten der Hunde wurde aufgezeichnet und Bild für Bild analysiert.
Beim Betrachten der blinzelnden Personen blinzelten die Hunde selbst deutlich häufiger. Zudem war die Reaktion auf die Besitzer stärker als auf Fremde.
Dabei überprüften die Wissenschaftler gesondert, ob der Hund innerhalb von 1,5 Sekunden nach dem Blinzeln des Menschen ebenfalls blinzelte. Eine derart eindeutige Synchronisation wurde nicht festgestellt.
Daher lässt sich das Ergebnis nicht auf eine einfache Nachahmung nach dem Prinzip „Der Besitzer hat geblinzelt – der Hund hat es nachgeahmt“ zurückführen.
Warum dies wichtig ist
Das Blinzeln wird üblicherweise als physiologische Reaktion angesehen, die zur Befeuchtung und zum Schutz der Augen notwendig ist. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass die Blinzelfrequenz bei Hunden auch von der sozialen Situation abhängt.
Die Autoren vermuten, dass Veränderungen im Blinzeln mit Aufmerksamkeit, automatischer Mimikry oder anderen Kommunikationsmechanismen zwischen Hund und Mensch zusammenhängen könnten.
Bislang ist nicht bekannt, ob das Blinzeln als absichtliches Signal genutzt wird. Die Studie zeigt lediglich, dass Hunde auf diese Gesichtsbewegung und darauf reagieren, wer genau sich vor ihnen befindet.
Quelle
Studie:„Blinking together: the modulation of eye blinking in dog–human social contexts“.
Autoren: Chiara Canori, Elisa Biffi, Tiziano Travain, Paola Valsecchi und Mitautoren.
An dem Experiment nahmen 35 Haushunde teil.
Zeitschrift: Royal Society Open Science, 2026.