In Neuguinea wurde eine Riesenratte entdeckt

Kredit: František Vejmělka

Das größte Nagetier Australasiens wurde zum ersten Mal in Neuguinea dokumentiert.

In fast 4.000 Metern Höhe, inmitten der nebelverhangenen Berge Neuguineas, hat ein Forscher aus der Tschechischen Republik das geschafft, was noch niemandem zuvor gelungen ist. Der Biologe František Vejmelka war der erste, der die geheimnisvolle Riesenwollratte Mallomys istapantap, eines der größten Nagetiere Australiens und Ozeaniens, in freier Wildbahn gefilmt hat.

Zuvor war dieser nachtaktive Riese nur von Museumsexemplaren bekannt. Er wurde erst 1989 beschrieben, aber niemand hatte ihn jemals lebend gesehen. Bis jetzt.

📸 Eine Ratte von der Größe einer Katze im Objektiv

Die Kameras zeichneten auf, wie sich die Ratte durch den Wald bewegte, sich tagsüber versteckte und nachts auf die Jagd nach Pflanzen ging. Ihre Körperlänge beträgt zusammen mit ihrem Schwanz 85 cm und sie wiegt fast 2 kg! Sie hat lange Pfoten (bis zu 8 cm), kräftige Zähne und ein dickes Fell. Und trotz seiner Größe ist er bis heute unsichtbar geblieben.

Und warum? Ganz einfach: Er lebt in unzugänglichen Bergen, ist nachtaktiv und meidet den Menschen.

🏕️ Eine sechsmonatige Expedition

Um diese geheimnisvolle Bestie zu finden, verbrachte Weimelka 6 Monate in den Bergen und kletterte bis auf 4.500 Meter. Unterstützt wurde er dabei von einheimischen Jägern, ohne die, wie er sagt, nichts möglich gewesen wäre.

Während der Expedition dokumentierte er 61 Arten von Säugetieren, darunter Beuteltiere und andere seltene Nagetiere an den Hängen des Mount William, dem höchsten Punkt Papua-Neuguineas.

Zusätzlich zu Fotos und Videos nahm der Wissenschaftler Messungen der Tiere vor und untersuchte ihre Ernährung, Aktivität, Parasiten und ihr Verhalten.

🌍 Warum das wichtig ist

Weimelka war der erste, der das Verhalten dieser Art in ihrem natürlichen Lebensraum dokumentierte. Seine Arbeit ist nicht nur ein schöner Bericht über das Fernweh. Sie ist ein Beitrag zur Erforschung der Artenvielfalt in tropischen Gebirgen, die bisher ein weißer Fleck auf der Landkarte der Wissenschaft geblieben ist. Vor allem in Australasien, im Gegensatz zu den Dschungeln Südamerikas und Südostasiens, die viel gründlicher erforscht worden sind.

Darüber hinaus war das Projekt ein Beispiel dafür, wie sich die globale Wissenschaft und das Wissen der Einheimischen ergänzen können. Die Einheimischen halfen nicht nur bei der Suche, sondern erfuhren auch mehr über die seltenen Tiere ihrer Heimat - und warum sie geschützt werden sollten.

Details: František Vejmělka, First scientific observation of the largest Sahulian rodent, Mallomys istapantap, in the wild, Mammalia(2025). DOI: 10.1515/mammalia-2024-0153