Japans beliebteste Delikatesse steht im Fadenkreuz von Naturschützern
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Die japanische Delikatesse steht im Mittelpunkt einer internationalen Kontroverse, da die Aalbestände schwinden und Wissenschaftler und Umweltschützer einen strengeren Schutz der Art fordern.
Ab Montag wird das Schicksal der Aale bei einem wichtigen Treffen des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) in Usbekistan diskutiert, schreibt Phys.org.
Die Europäische Union, Panama und Honduras schlagen vor, alle 17 Aalarten in Anhang II des CITES aufzunehmen, was verstärkte Kontrollen und ein Genehmigungssystem für den internationalen Handel zur Folge hätte.
Japan ist gegen diesen Schritt. Das Land verzehrt den Löwenanteil des weltweiten Fangs: bis zu 85% des weltweiten Aalverbrauchs kommen aus Ostasien, wobei Japan im vergangenen Jahr fast drei Viertel der 61.000 Tonnen Aal, die in der Region verzehrt wurden, importierte.
Aal ist in Japan ein Gericht mit Sonderstatus. Das macht die steigenden Preise nicht wett: ein klassisches Set Unaju - Aal auf Reis in einer lackierten Schachtel - kostet heute etwa 5.250 Yen (etwa 34 Dollar), mehr als doppelt so viel wie vor 15 Jahren.
Allerdings wird fast der gesamte Aal auf dem japanischen Markt gezüchtet. Die Aquakultur hängt jedoch ausschließlich vom Fang sogenannter Glasaale ab, winziger durchsichtiger Larven, die in Flussmündungen gesammelt werden. Aale können sich in Gefangenschaft noch nicht fortpflanzen. Japans Fang von Glasaalen ist auf weniger als 10 Prozent des Niveaus der 1960er Jahre gesunken.
Der Lebenszyklus des japanischen Aals bleibt weitgehend rätselhaft. Die Fische brüten in einem Gebiet westlich der Marianen, 2.000-3.000 Kilometer vor der Küste Japans. Die Larven entwickeln sich zu Glasaalen, wenn sie sich der Küste nähern, und leben dann 5-15 Jahre im Süßwasser, bevor sie zum Laichen ins Meer zurückkehren.
Die International Union for Conservation of Nature (IUCN) stuft den japanischen und den amerikanischen Aal als gefährdete Arten ein, während der europäische Aal als bedroht gilt. Wissenschaftler führen den Rückgang der Populationen auf die Verschmutzung der Flüsse, die Zerstörung von Feuchtgebieten, den Bau von Wasserkraftwerken, die Überfischung und die Unterbrechung der Wanderrouten zurück.
Wenn der Vorschlag, Aale in den CITES-Anhang II aufzunehmen, angenommen wird, wird der Handel mit ihnen strenger kontrolliert und erfordert eine Ausfuhrgenehmigung der Lieferländer. Für die japanischen Erzeuger ist dies ein ernstes Problem.
Die japanischen Behörden betonen, dass sie bereits Maßnahmen ergriffen haben: Fangquoten und ein Genehmigungssystem für Zuchtbetriebe sind in Kraft. Die Behörden berufen sich auf eine Studie der Tokyo University of Marine Science and Technology, wonach sich die Zahl der japanischen Aale in Ostasien seit 1990 verdreifacht hat. In einem Bericht eines Expertengremiums der UN FAO aus diesem Jahr wird das Risiko einer vollständigen Ausrottung der japanischen und amerikanischen Aale ebenfalls als "gering" eingestuft.
Diesem Optimismus stimmt jedoch nicht jeder zu. Andrew Kerr, Leiter der Sustainable Eel Group, ist überzeugt, dass die offiziellen Statistiken das Ausmaß des illegalen Handels nicht berücksichtigen, den er als "das größte Verbrechen an der Tierwelt" bezeichnet. Ihm zufolge ähneln sich verschiedene Aalarten im Aussehen, was Schmuggler ausnutzen, indem sie eine Art als eine andere tarnen.
Die Europäische Union hat den Export von europäischen Aalen bereits 2010 verboten, aber Europol schätzt, dass immer noch etwa 100 Tonnen Glasaale pro Jahr nach Asien geschmuggelt werden. Da diese Ketten zusammengebrochen sind, haben die Verschiffungen aus der Karibik in den letzten Jahren zugenommen, so dass die Gefahr eines Zusammenbruchs der dortigen Populationen bereits besteht.
"Es geht nicht nur um die unmittelbare Bedrohung durch das Aussterben", betont Kerr. - Es ist wichtig zu verstehen, wie man globale Spielregeln für den Aalmarkt aufstellen kann. Es ist ein globales System, und es braucht Ordnung.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.












