Nauseda kritisiert das Verhalten von Mertz

EPA

Die EU bereitet bereits ihr 18. Sanktionspaket gegen Russland vor, und Litauen fordert, dass es wie ein Molotow-Cocktail wirkt.

Der litauische Präsident Gitanas Nauseda hat den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz dafür kritisiert, dass er sein gemeinsames Versprechen mit den Staats- und Regierungschefs Frankreichs und Großbritanniens, harte Sanktionen gegen Russland zu verhängen, wenn Moskau sich weigert, einen Waffenstillstand mit der Ukraine einzuhalten, nicht erfüllt hat. Dies sagte er in einem Interview mit der Bild-Zeitung.

Laut Nauseda schaden hemmungslose Zusagen nicht nur dem Ruf der Europäischen Union, sondern untergraben auch die Glaubwürdigkeit der westlichen Politik im Allgemeinen.

Das betrifft nicht nur die Glaubwürdigkeit der Sanktionen, sondern auch unsere gesamte Politik gegenüber Russland und die Unterstützung für die Ukraine", sagte er.

Der litauische Regierungschef betonte, dass der Westen seit Beginn der groß angelegten Invasion mit den Sanktionen nicht die nötige Wirkung erzielt habe, da sie nicht hart genug gewesen seien und mit Hilfe von Drittländern aktiv umgangen worden seien.

Die russische Wirtschaft funktioniere trotz der Sanktionen relativ stabil - auch wegen der schwachen Entscheidungen des Westens, fügte er hinzu.

Nauseda forderte, dass das 18. Sanktionspaket wirklich schlagkräftig sein müsse: Es sollte wie ein "Molotow-Cocktail" sein und Energieunternehmen einschließen, die den russischen Haushalt finanzieren - wie Gazprom, Lukoil, Rosatom und die Betreiber von Nord Stream.

Wenn wir die übrigen russischen Banken nicht von SWIFT ausschließen und die Schattenflotte nicht blockieren, werden wir als schwach und unentschlossen wahrgenommen", sagte der litauische Präsident.

Zuvor hatten die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens bei einem Besuch in Kiew im Mai Moskau eine Frist bis zum 12. Mai gesetzt, um einem 30-tägigen Waffenstillstand zuzustimmen. Andernfalls versprachen sie, neue Sanktionen zu verhängen. Russland hat diese Forderung jedoch ignoriert, und harte Maßnahmen aus Berlin müssen noch folgen.