Paläontologen haben neue Arten von uralten Raubvögeln aus der Kreidezeit entdeckt
Ein Team von Wissenschaftlern hat drei neue Arten von Enantiornis-Vögeln beschrieben - die vielfältigste Gruppe gefiederter Vögel aus der Kreidezeit.
Die Überreste dieser alten Raptoren wurden in der Hell Creek Formation im heutigen Bundesstaat Montana, USA, entdeckt. Diese Entdeckung ermöglicht ein besseres Verständnis der Evolution der Vögel am Vorabend des Massenaussterbens.
Die neuen Funde in Hell Creek
vor 66-68 Millionen Jahren lebten uralte Raubvögel Seite an Seite mit Tyrannosaurus rex und Triceratops auf dem Inselkontinent Laramidia, wo sich heute das westliche Nordamerika befindet. Die Hell Creek Formation ist eine Schlüsselstelle für die Erforschung der Ökosysteme der späten Kreidezeit, wo bereits Überreste von Fischen, Amphibien, Säugetieren und einer Vielzahl von Dinosauriern gefunden wurden.
In der Zeitschrift PLOS ONE haben Paläontologen drei neue Arten von ausgestorbenen Vögeln beschrieben. Zwei von ihnen gehören zur Familie der Avisauridae, die Teil der breiteren Enantiornis-Gruppe von Vögeln ist. Mindestens einer der gefundenen Vögel war von der Größe her mit modernen Falken vergleichbar und hatte eine räuberische Lebensweise.
Bisher waren die Mitglieder der Familie Avisauridae vor allem durch einzelne Hintergliedmaßen bekannt, die in Nord- und Südamerika gefunden wurden. Die meisten Informationen über Enantiornis basierten auf Fossilien aus China aus der früheren Kreidezeit, daher sind die Funde aus der späten Kreidezeit besonders wertvoll.
Methodik der Forschung
Ein Team unter der Leitung von Alex Clark von der University of Chicago analysierte die fossilen Ceca - die Beinknochen der Vögel zwischen dem Schienbein und den Zehen. Diese Knochen wurden separat, ohne andere Teile des Skeletts, gefunden. Beim Vergleich mit den Knochen moderner Vögel stellten die Wissenschaftler fest, dass bei den ausgestorbenen Arten die Muskeln und das Sprunggelenk wie ein Hebel funktionierten, der es den Vögeln ermöglichte, Beute zu packen und zu tragen wie moderne Eulen und Falken.
Die Paläontologen haben zwei für die Wissenschaft neue Arten beschrieben: Avisaurus darwini (zu Ehren von Charles Darwin) und Magnusavis ekalakaensis (zu Ehren der Stadt Ekalaka, Montana, wo das Fossil gefunden wurde). Die dritte Art muss noch genau identifiziert werden. Diese Entdeckung erweitert das Verständnis für die Vielfalt der Vögel in der späten Kreidezeit und bietet die Möglichkeit, ihre Evolution vor dem Massenaussterben zu untersuchen.