Sie ging mit einem Plakat gegen den Krieg auf den Platz: 83-jährige Überlebende der Blockade wird in St. Petersburg festgenommen

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In St. Petersburg wurde die 83-jährige Aktivistin Ljudmila Wassiljewa, die als Kind die Belagerung von Leningrad überlebt hat, festgenommen.

Eine ältere Frau ging mit einem Antikriegsplakat auf den Palastplatz.

Dies berichtet die St. Petersburger Ausgabe der "Paper" unter Berufung auf ihren Korrespondenten.

Der Publikation zufolge wurde die Frau sofort von Polizeibeamten angesprochen und vor möglichen Konsequenzen gewarnt, wenn sie das Plakat entrollt. Trotzdem holte Wassiljewa ein Plakat mit Antikriegsslogans heraus. Daraufhin wurde sie festgenommen, in einen Streifenwagen gesetzt und zum 78. Polizeirevier des zentralen Bezirks von St. Petersburg gebracht.

Lyudmila Vasilyeva wurde am 22. April 1941 in Leningrad geboren und überlebte die Belagerung der Stadt. Sie lebte ihr ganzes Leben lang in St. Petersburg und arbeitete in Rüstungsunternehmen, unter anderem im Krylov-Institut, wo sie an der Lieferung von Komponenten für U-Boote beteiligt war. Im Jahr 2014, nach der Annexion der Krim durch Russland, kündigte sie ihren Job, nachdem sie mit der Politik der Behörden nicht einverstanden war. Seitdem beteiligt sie sich aktiv an den Protesten gegen Repression und Militäraktionen.

Als am 24. Februar 2022 die russische Invasion in der Ukraine begann, ging Wassiljewa mit einem Plakat "Nein zum Krieg" auf den Newski-Prospekt und wurde festgenommen. Drei Tage später ging sie erneut zu der Aktion, zusammen mit ihrer Enkelin, und beide wurden erneut festgenommen. Beim dritten Mal wurde die Aktivistin festgenommen, weil sie auf dem Newski-Prospekt das Lied "Sunny Circle" gesungen hatte.

Trotz des Drucks nahm Wassiljewa weiterhin an den Protesten in St. Petersburg teil. Im Mai dieses Jahres wurde die 83-jährige Blockadebrecherin wegen ihrer Haltung gegen den Krieg mit einer Geldstrafe aufgrund eines Verwaltungsartikels zur "Diskreditierung der Armee" belegt.