Soda und Snacks können das Leben von Krebspatienten verkürzen - Studie

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19:00, 04.02.2026

Ein hoher Konsum von extrem verarbeiteten Lebensmitteln ist mit einem erhöhten Sterberisiko bei Krebsüberlebenden verbunden.



Zu diesem Schluss kamen die Forscher nach der Analyse von Daten aus einer großen Langzeitstudie in Italien. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention veröffentlicht.

Ultrahochverarbeitete Lebensmittel - wie zuckerhaltige kohlensäurehaltige Getränke, verarbeitete Snacks, verarbeitetes Fleisch und Süßigkeiten - sind oft arm an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen. Gleichzeitig sind sie reich an zugesetztem Zucker, gesättigten Fetten, Konservierungsstoffen, Emulgatoren und künstlichen Aromen, die der menschliche Körper schlecht verarbeiten kann.

Laut Marialaura Bonaccio, Hauptautorin der Studie vom Neuromed Institut (Italien), ist es angesichts der zunehmenden Verbreitung solcher Lebensmittel in der Ernährung besonders wichtig zu verstehen, wie sie sich auf die langfristige Gesundheit von Krebsüberlebenden auswirken.

Warum der Grad der Verarbeitung von Lebensmitteln wichtig ist

Die meisten Studien über die Ernährung von Krebspatienten haben sich traditionell auf einzelne Nährstoffe - Kalorien, Fett oder Eiweiß - konzentriert. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass der Grad der industriellen Verarbeitung von Lebensmitteln selbst eine unabhängige Rolle spielen kann.

Laut Bonaccio können die bei der industriellen Verarbeitung von Lebensmitteln verwendeten Stoffe den Stoffwechsel stören, die Zusammensetzung der Darmmikrobiota verändern und Entzündungen verstärken. Das bedeutet, dass selbst Lebensmittel mit vergleichbarem Kaloriengehalt und formaler "Nährstoffzusammensetzung" je nach Verarbeitungsgrad unterschiedliche gesundheitliche Auswirkungen haben können.

Daten aus der mehrjährigen Moli-sani-Studie

Die Analyse basierte auf den Daten der prospektiven Kohortenstudie Moli-sani, in der 24.325 Einwohner der süditalienischen Region Molise im Alter von 35 Jahren und älter von 2005 bis 2022 beobachtet wurden.

Unter den Teilnehmern wurden 802 Krebsüberlebende (476 Frauen und 326 Männer) identifiziert, die ihre Ernährung anhand des validierten EPIC-Fragebogens detailliert beschrieben. Zur Kategorisierung der Lebensmittel wurde das NOVA-System verwendet, bei dem die Lebensmittel nach Verarbeitungsgrad und -zweck unterschieden wurden.

Die Forscher schätzten den Anteil der ultra-verarbeiteten Lebensmittel in der Ernährung auf zwei Arten: nach Gewicht und nach Energiewert. Die Teilnehmer wurden dann anhand des Anteils solcher Lebensmittel in ihrer täglichen Ernährung in drei Gruppen eingeteilt. Bei der Analyse wurden Alter, Geschlecht, Rauchen, Body-Mass-Index, körperliche Aktivität, Krebsart, medizinische Vorgeschichte und die allgemeine Qualität der Ernährung, einschließlich der Einhaltung der Mittelmeerdiät, berücksichtigt.

Was die Ergebnisse zeigen

Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 14,6 Jahren starben 281 Krebspatienten. Menschen, die die größten Mengen an ultraverarbeiteten Lebensmitteln zu sich nahmen (oberstes Drittel nach Gewichtsanteil), hatten ein 48 % höheres Risiko, an einer beliebigen Ursache zu sterben, und ein 59 % höheres Risiko, an Krebs zu sterben, als diejenigen, die am wenigsten davon zu sich nahmen.

Ähnliche Ergebnisse ergaben sich bei der Berechnung nach der Kalorienzufuhr, obwohl der Zusammenhang mit der Gesamtsterblichkeit in diesem Fall weniger ausgeprägt war.

Wichtig ist, dass das erhöhte Risiko auch nach Berücksichtigung der allgemeinen Qualität der Ernährung bestehen blieb. Dies deutet darauf hin, dass der negative Effekt nicht nur auf die "schlechte Zusammensetzung" der Lebensmittel zurückzuführen ist - auch die industrielle Verarbeitung selbst kann eine schädliche Wirkung haben.

Mögliche Rolle von Entzündungen

Um die biologischen Mechanismen zu verstehen, analysierten die Forscher entzündliche, metabolische und kardiovaskuläre Biomarker. Es stellte sich heraus, dass die Berücksichtigung von Entzündungswerten und der Ruheherzfrequenz den Zusammenhang zwischen extrem verarbeiteten Lebensmitteln und der Sterblichkeit um fast 40 Prozent abschwächte.

Dies deutet darauf hin, dass chronische Entzündungen und eine gestörte kardiovaskuläre Regulierung die negativen Auswirkungen solcher Lebensmittel auf das Überleben teilweise erklären.

Es kommt nicht auf die einzelnen Produkte an, sondern auf die Ernährung als Ganzes

Die Analysen der verschiedenen Kategorien von ultraverarbeiteten Lebensmitteln zeigten heterogene Ergebnisse: Einige Gruppen wurden mit einem höheren Risiko in Verbindung gebracht, andere hingegen nicht. Die Autoren erklärten jedoch, dass es nicht sinnvoll ist, solche Lebensmittel isoliert zu betrachten.

"Der Schlüssel ist der Gesamtkonsum von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln, nicht einzelne Bestandteile der Ernährung", betont Bonaccio.

Experten raten dazu, den Anteil an industriell verarbeiteten Lebensmitteln zu reduzieren und frische, minimal verarbeitete und hausgemachte Lebensmittel zu bevorzugen. Ein einfacher Anhaltspunkt ist die Zusammensetzung: Lebensmittel mit einer langen Liste von Zutaten oder mit Zusatzstoffen sind mit größerer Wahrscheinlichkeit ultra-verarbeitet.

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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