Studie: Verliebte synchronisieren sich auf der Ebene des Gehirns stärker als Freunde
Forscher aus China haben herausgefunden, dass die Gehirnaktivitäten von Verliebten stärker synchronisiert sind als die von engen Freunden.
Diese Entdeckung zeigt, dass Beziehungen zwischen romantischen Partnern und Freunden unterschiedliche neuronale Mechanismen haben, die sich nicht nur im Verhalten, sondern auch in der Gehirnfunktion widerspiegeln.
Diese Ergebnisse wurden in der wissenschaftlichen Zeitschrift NeuroImage veröffentlicht.
An dem Experiment nahmen 50 Paare teil: die Hälfte von ihnen waren heterosexuelle Liebespartner und die andere Hälfte waren gegengeschlechtliche Freunde. Die Dauer der Beziehung der Paare reichte von drei Monaten bis zu drei Jahren, und alle wurden als eng genug angesehen, um an der Studie teilzunehmen.
Die Teilnehmer des Experiments sahen sich Videos an, die zwischen 50 und 250 Sekunden lang waren und eine Vielzahl von Emotionen hervorriefen - Glück, Traurigkeit, Angst, Ekel und Wut. Während des Betrachtens der Videos beobachteten die Wissenschaftler die Gehirnaktivität beider Teilnehmer des Paares mit Hilfe von EEG-Hyperscanning, um ihre neuronale Synchronisation zu beurteilen. Nach jedem Video gaben die Teilnehmer ihre subjektive Bewertung ihrer emotionalen Reaktion auf das Video ab.
Die Ergebnisse zeigten, dass romantische Paare eine höhere Synchronisation der Gehirnaktivität aufwiesen als Freunde, insbesondere in den Momenten, in denen starke Emotionen verarbeitet wurden. Interessanterweise zeigten Paare mit geringerer Beziehungsqualität eine höhere Synchronisation der Gehirnaktivität im präfrontalen Kortex, während diejenigen, die ihre Beziehung als harmonischer einstuften, eine bessere Verhaltenssynchronisation aufwiesen.
Einer der Studienautoren bemerkte: "Wir waren überrascht, dass die Beziehungsqualität negativ mit der präfrontalen Synchronisation korreliert war. Dies könnte auf kompensatorische Mechanismen hindeuten, bei denen Paare mit schlechter Beziehungsqualität die Gehirnaktivität erhöhen, um die emotionale Verbindung aufrechtzuerhalten.
Eine besonders starke Synchronisation wurde bei der Verarbeitung negativer Emotionen wie Wut und Traurigkeit festgestellt, während dieses Phänomen bei positiven Emotionen wie Freude weniger stark ausgeprägt war. Die Forscher weisen darauf hin, dass diese Ergebnisse möglicherweise in vielfältigeren Stichproben weiter validiert werden müssen, da an der Studie hauptsächlich Menschen mit hohem Bildungsniveau teilnahmen.
Letztlich bestätigt die Studie, dass Liebe und Freundschaft zwei verschiedene Arten von Beziehungen sind, die unterschiedliche Funktionen erfüllen und unterschiedliche neuronale Mechanismen beinhalten. Auch wenn Freunde sich sehr nahe zu stehen scheinen, ist ihre Beziehung nicht mit der zwischen Liebenden zu vergleichen.