Warum brauchten die alten Römer einen Hundepenis? Wissenschaftler haben interessante Fakten entdeckt

Kredit: Oxford Journal of Archaeology (2024). DOI: 10.1111/ojoa.12317

Wissenschaftler der University of Reading (Großbritannien) machten eine ungewöhnliche Entdeckung in einer tiefen Mine, die Teil eines alten römischen Steinbruchs war.

Hunderte von menschlichen und tierischen Knochen wurden dort entdeckt, darunter ein besonderes Exponat: ein mit rotem Ocker gefärbter Hundepenisknochen (Baculum).

Die Archäologin Ellen Green beschrieb diesen erstaunlichen Fund in einem Artikel für das Oxford Journal of Archaeology.

Quelle: Ellen Green, "Leben aus dem Tod: Multispezies-Fertilitätsrituale in einem römisch-britischen Ritualschacht in Südengland", Oxford Journal of Archaeology (2024). DOI: 10.1111/ojoa.12317

Das Ausgrabungsgebiet ist als Nescot (in der Nähe der modernen Stadt Ewell) bekannt. Im Jahr 2015 stieß man hier auf einen vier Meter langen Schacht im Felsboden. Nachforschungen ergaben, dass er etwa 50 Jahre lang als eine Art "Friedhof" genutzt wurde: Die Überreste von Menschen und Tieren wurden dort in regelmäßigen Abständen hinzugefügt und sogar entnommen. Insgesamt wurden in der Mine mehr als 280 Knochen von Haustieren gefunden, von denen etwa 70 Prozent zu Hunden gehörten. Die Knochen wiesen keine Anzeichen von Krankheiten oder Fleischabfällen auf, was darauf schließen lässt, dass es sich entweder um Lieblingshaustiere oder um Arbeitshunde handeln könnte.

Allerdings war nur ein Hundeknochen - ein mit rotem Ocker gefärbter Penisknochen - von besonderem Interesse. Wissenschaftlern zufolge hatten Phallussymbole in der römischen Antike eine Vielzahl von rituellen und magischen Bedeutungen, darunter auch die Verwendung als Glücksbringer. Green vermutet, dass die gefärbten Knochen Teil von Ritualen im Zusammenhang mit Fruchtbarkeit oder anderen heiligen Praktiken gewesen sein könnten.

Interessanterweise wurden in der Mine neben den Knochen auch andere Gegenstände gefunden, die auf den rituellen Zweck der Stätte hinweisen könnten. Allein die Tatsache, dass nicht alle Knochen "unzerstörbar" dalagen (einige von ihnen wurden entfernt und dann zurückgebracht), stärkt die Hypothese regelmäßiger Riten oder Zeremonien.

Der genaue Zweck der Verwendung des ungewöhnlichen Hundeknochens bleibt fraglich, aber Archäologen bezeichnen diesen Fund als wirklich einzigartig.