Warum das Gehirn das Abnehmen verhindert: Wissenschaftler erklären, wie die Biologie uns vor dem Abnehmen schützt
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Lange Zeit glaubte man, dass Abnehmen eine Frage der Willenskraft sei: Sie müssen weniger essen und sich mehr bewegen.
Aber die moderne Forschung zeigt, dass es viel komplizierter ist als das. Die Biologie und das menschliche Gehirn sind darauf ausgelegt, den Körper vor Gewichtsverlust zu schützen - selbst wenn dieser für die Gesundheit notwendig ist.
In einem Artikel für The Conversation erklären die Wissenschaftler Valdemar Johansen und Kristoffer Clemmensen: Unser Gehirn funktioniert immer noch nach den Gesetzen der Antike, als Fett eine Frage des Überlebens war. Für unsere Vorfahren bedeuteten zusätzliche Kilos Energie, und zu wenig bedeutete die Gefahr des Verhungerns. Daher entwickelte der Körper ein komplexes System zur Verteidigung der Energiereserven.
Heute, wo Nahrung überall verfügbar ist und körperliche Aktivität minimal ist, wenden sich diese uralten Mechanismen gegen uns. Wenn ein Mensch abnimmt, empfindet das Gehirn dies als Stress: Der Spiegel der Hungerhormone steigt, Heißhunger und Müdigkeit nehmen zu, und der Stoffwechsel verlangsamt sich.
Den Forschern zufolge ist das Gehirn in der Lage, sich das frühere Gewicht "einzuprägen" und versucht, es wieder zu erreichen, da es es für die Norm hält. Für die Menschen der Antike war dies ein Vorteil - es ermöglichte ihnen, nach Hungersnöten wieder zu Kräften zu kommen. Aber ein solches "Gewichtsgedächtnis" ist für moderne Menschen hinderlich: Nach Diäten versucht der Körper, die verlorenen Kilos zurückzuholen, selbst wenn das zusätzliche Gewicht schädlich ist.
Wissenschaftler stellen fest, dass dies kein Ausdruck von Willensschwäche ist, sondern das Ergebnis biologischer Mechanismen, die evolutionär darauf programmiert sind, den Körper vor Gewichtsverlust zu schützen.
Moderne Medikamente zur Gewichtsabnahme wirken, indem sie die Darmhormone imitieren, die ein Sättigungssignal an das Gehirn senden. Sie helfen zwar, den Appetit zu zügeln, sind aber nicht für jeden geeignet: Bei manchen Menschen verursachen sie Nebenwirkungen, und oft kehrt das Gewicht nach dem Absetzen der Medikamente zurück.
Neue Forschungen auf dem Gebiet der Neurowissenschaften und des Stoffwechsels geben jedoch Anlass zur Hoffnung: Vielleicht können künftige Therapien die Signale des Gehirns "dämpfen", die den Körper veranlassen, zu seinem früheren Gewicht zurückzukehren, auch nach Beendigung der Behandlung.
Die Wissenschaftler betonen auch, dass Gesundheit nicht immer gleichbedeutend mit "Idealgewicht" ist. Selbst wenn sich die Zahlen auf der Waage nur wenig ändern, verbessern regelmäßige Bewegung, ausreichender Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und psycho-emotionales Wohlbefinden die Herzgesundheit und den Stoffwechsel erheblich.
Fettleibigkeit ist kein individuelles, sondern ein systemisches Problem. Seine Bekämpfung erfordert einen umfassenden Ansatz: Verbesserung der Schulspeisung, Einschränkung der Werbung für Fast Food bei Kindern, Einrichtung von Fußgänger- und Fahrradzonen und Kontrolle der Portionsgrößen in Restaurants.
Die Forschung zeigt, dass es besonders wichtig ist, die frühen Lebensphasen zu beeinflussen, von der Schwangerschaft bis zum Alter von 7 Jahren, wenn sich der Appetit und das Stoffwechselregulierungssystem ausbilden. Die elterliche Ernährung, das Stillen und die Gewohnheiten in der Kindheit können beeinflussen, wie das Gehirn in Zukunft den Hunger und die Fettspeicherung regulieren wird.
Die wichtigste Aussage der Wissenschaftler: Fettleibigkeit ist kein persönliches Versagen, sondern ein biologischer Zustand, der durch das Gehirn, die Gene und den Lebensstil geprägt wird. Aber durch Wissenschaft, Medizin und kluge Politik ist es möglich, die Regeln dieses "Spiels" zu ändern und den Menschen zu helfen, ohne Schuldgefühle gesund zu bleiben.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.










