Warum die Menschen den Medien immer weniger vertrauen
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Das Vertrauen in Nachrichtenquellen nimmt weiter ab - und der Grund dafür, so zeigen neue Untersuchungen, ist nicht nur ein mysteriöser Rückgang des Vertrauens in Regierungen und öffentliche Institutionen.
Dies berichtet die Zeitung The Conversation.
Der Rückgang des Vertrauens in das Parlament, das Gesundheitssystem, das Bildungswesen, die Gerichte und die Polizei ist überall auf der Welt zu beobachten. Die Medien nehmen in dieser Reihe jedoch einen besonderen Platz ein: Sie sind nicht nur eine weitere Institution, sondern im Idealfall ein demokratischer Ausdruck der Interessen der Öffentlichkeit. Und deshalb erfordert der Rückgang des Vertrauens in die Nachrichten eine gesonderte Analyse.
Die neuseeländischen Forscher Greg Treadwell und Merja Mullullahti haben ihre eigenen Umfragedaten sowie die Berichte des Reuters Institute und des Edelman Trust Barometers analysiert. Ihre Schlussfolgerung: Das Vertrauen in die Nachrichten nimmt im Gegensatz zum Vertrauen in andere gesellschaftliche Strukturen ab. Während sich das Vertrauen in Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen mehr oder weniger harmonisch verändert, ist die Dynamik des Vertrauens in die Medien eine ganz andere.
In Neuseeland ist das Vertrauen in Nachrichten von 58 Prozent im Jahr 2020 auf 32 Prozent im Jahr 2025 gesunken. Als Hauptgründe nannten die Befragten die Wahrnehmung von politischer Voreingenommenheit und ein Übermaß an Meinungen, die als Nachrichten präsentiert werden. Dies steht im Gegensatz zu Faktoren, die das Vertrauen in andere Institutionen beeinflussen: Kriege, Krisen, Populismus und Pandemien.
Interessanterweise stieg zu Beginn der Pandemie, als das Vertrauen in den Staat sank, umgekehrt das Vertrauen in Nachrichtenquellen - wahrscheinlich, weil sich die Menschen in Krisenzeiten an die Medien wenden, um Informationen zu erhalten. In Neuseeland war die Situation jedoch umgekehrt: Selbst im Jahr 2020 war das Vertrauen in Nachrichten bereits rückläufig und nahm bis 2023 weiter ab.
Die Autoren der Studie führten auch Fokusgruppen mit älteren Neuseeländern durch. Sie fanden heraus, dass sie zwar bestimmten Institutionen - Banken, Versicherungen, Universitäten - nicht trauen, aber nicht der Regierung. Ihr Misstrauen gegenüber den Nachrichten entsteht separat und nicht im Zusammenhang mit einem allgemeinen Rückgang des Vertrauens in andere Institutionen.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.












