Wissenschaftler arbeiten an KI-Übersetzer für Hunde: erste 'Wörter' bereits entschlüsselt

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Künstliche Intelligenz hilft, Hundebellen in menschliche Sprache zu übersetzen
Unsplash/CC0 Public Domain
18:00, 09.10.2025

Ist es möglich, das Bellen eines Hundes zu entschlüsseln und es in Worte zu verwandeln?



Forscher an der University of Texas in Arlington halten dies für durchaus möglich, berichtet Phys.org.

Der Informatikprofessor Kenny Zhu und sein Team haben den weltweit größten Katalog von Hundegeräuschen und -videos zusammengestellt und bereits die ersten "Phoneme" und Klangwörter identifiziert, die die Grundlage für die Übersetzung von Hundesprache in menschliche Sprache bilden könnten.

Laut Zhu ist das ultimative Ziel des Projekts, einen vollständigen Übersetzer zu entwickeln, der es Menschen ermöglicht, ihre Haustiere zu verstehen:

"Wir wissen bereits, wie man sofort von einer menschlichen Sprache in eine andere übersetzen kann. Warum sollten wir das nicht auch bei Tieren tun?" - sagt er.

Wie funktioniert der "Hundeübersetzer"?

Zhu begann mit der Idee, zu testen, ob sich die Laute von Shiba Inu in Japan und in den USA unterscheiden. Für die Analyse wurden YouTube-Videos verwendet, aber es wurden keine signifikanten "Dialekt"-Unterschiede gefunden. Das Team konzentrierte sich dann auf eine tiefer gehende Analyse: die Entschlüsselung von Bellen, Quietschen und Heulen, indem sie in elementare Lauteinheiten - Phoneme - zerlegt wurden.

Der Schlüssel zum Verständnis der Hundesprache liegt nicht nur im Klang, sondern auch im Kontext: Wenn ein bestimmter Klang während derselben Handlung ständig wiederholt wird, kann er auf die Bedeutung hinweisen.
Forscher haben bereits etwa 50 Stunden Audioaufnahmen entschlüsselt und Wörter identifiziert, die ähnlich klingen wie "Katze", "Käfig" und "Leine". Und die Laute können je nach Hunderasse variieren.

Es wurde auch festgestellt, dass die "Sprache" eines Hundes komplexer wird, je älter er wird. Das Bellen eines Huskys beispielsweise wird länger und ausdrucksstärker, was auf eine Veränderung des Niveaus der "Sprachkomplexität" hinweisen kann.

Nicht nur Kommunikation, sondern auch Gesundheit

Die Entwicklung eines Dolmetschers könnte nicht nur für die Kommunikation, sondern auch für die Überwachung des Gesundheitszustands eines Haustiers nützlich werden. Eine KI-App auf einem Smartphone wird in der Lage sein, Veränderungen in den Geräuschen zu erkennen, die auf körperliche oder geistige Probleme des Tieres hinweisen.

Zhu hat bereits ähnliche Projekte mit Katzen und Rindern laufen. In Zusammenarbeit mit der Texas A&M University zeichnen Wissenschaftler rund um die Uhr die Geräusche von Dutzenden von Kühen auf, um die "Sprache" der Tiere mit ihren tierärztlichen Parametern zu vergleichen. Das Ziel ist es, zu lernen, wie man Krankheiten anhand von Veränderungen in der Stimme erkennen kann, noch bevor äußere Symptome auftreten.

Andere Teams arbeiten an ähnlichen Entwicklungen: So hat die Universität von Michigan ein auf menschliche Sprache trainiertes KI-Modell verwendet, um Hundegebell zu analysieren, und die Virginia Tech University entwickelt eine KI zur Entschlüsselung von Kuhgeräuschen.

Inzwischen sind bereits kommerzielle Produkte - von intelligenten Halsbändern bis hin zu KI-basierten "Katzenübersetzern" - auf dem Markt erhältlich.

Wie Zhu anmerkt, geht die Bedeutung des Projekts über wissenschaftliche Neugier hinaus:

"Es ist nicht nur der Versuch, mit einem Hund als Nachbarn zu sprechen. Es ist ein Schritt in Richtung eines besseren Verständnisses und der Pflege von Tieren auf einer neuen Ebene."

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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