Wissenschaftler haben die beliebte "skandinavische Schlafmethode" bewertet
"Die skandinavische Schlafmethode": Hilft eine geteilte Decke, besser zu schlafen?
Streitigkeiten über Decken, die Temperatur im Schlafzimmer und unterschiedliche Schlafgewohnheiten sind ein häufiges Problem für Paare. Während der eine friert, leidet der andere unter der Hitze, und nächtliche Deckenziehungen enden oft mit schlechtem Schlaf und Irritationen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die so genannte "skandinavische Schlafmethode" in den sozialen Netzwerken an Popularität. Aber funktioniert sie wirklich? The Conversation hat nachgeforscht.
Was ist das Wesentliche an der Methode
Die skandinavische Schlafmethode geht davon aus, dass die Partner im selben Bett schlafen, aber unter verschiedenen Decken oder Plaids. Anstelle einer gemeinsamen Decke hat jeder seine eigene.
Es wird angenommen, dass diese Methode in den skandinavischen Ländern weit verbreitet ist, da dort sowohl Intimität (gemeinsames Schlafen im selben Bett) als auch individueller Komfort geschätzt werden. Diese Methode erlaubt es, persönliche Vorlieben in Bezug auf Temperatur, Gewicht und Deckenmaterial zu berücksichtigen, ohne auf den Schlaf neben dem Partner verzichten zu müssen.
In den letzten Jahren haben viele Paare außerhalb Skandinaviens behauptet, dass getrennte Decken die Qualität ihres Schlafes deutlich verbessert haben.
Gibt es dafür wissenschaftliche Beweise?
Es gibt noch keine spezifischen Studien, die das Schlafen unter einer und zwei Decken direkt vergleichen. Die meisten wissenschaftlichen Abhandlungen über das gemeinsame Schlafen konzentrieren sich auf andere Faktoren: Geräuschpegel, Lichtverhältnisse, Sicherheit, Raumtemperatur und Schlafverhalten und nicht auf die Art des Bettzeugs.
Dennoch stimmen die Prinzipien der skandinavischen Methode gut mit den allgemeinen Empfehlungen zur Schlafhygiene überein. Daher gibt es Grund zu der Annahme, dass sie die Anzahl der nächtlichen Erwachungen, die mit Unbehagen aufgrund einer gemeinsamen Decke verbunden sind, verringern kann.
Warum die eine Person warm und die andere kalt ist
Die Körpertemperatur sinkt während des Schlafs von Natur aus ab, aber dieser Prozess ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Er wird durch Alter, Körperbau, hormonellen Hintergrund und Chronotyp ("Lerche" oder "Eule") beeinflusst.
Darüber hinaus spielt das Material der Bettwäsche eine wichtige Rolle. Leichte und atmungsaktive Stoffe eignen sich besser für diejenigen, denen normalerweise heiß ist, während dichtere und isolierende Stoffe besser für diejenigen geeignet sind, denen nachts kalt wird.
Getrennte Bettdecken ermöglichen es jedem Partner, eine Option zu finden, die seinen individuellen Bedürfnissen entspricht, einschließlich beschwerter Bettdecken, natürlicher Stoffe oder Materialien, die sensorische Beschwerden reduzieren.
Geschlechtsunterschiede und Thermoregulation
Bei Paaren unterschiedlichen Geschlechts können die Unterschiede in der nächtlichen Wärmeregulierung besonders auffällig sein. Frauen haben oft niedrigere Hauttemperaturen an Händen und Füßen, weil der Körper hauptsächlich die Wärme der inneren Organe aufrechterhält. Das erklärt, warum Frauen eher dazu neigen, sich einzuwickeln, während Männer bequem mit offenen Beinen schlafen können.
Frauen erreichen ihre minimale Körpertemperatur nachts auch früher, und in den Wechseljahren sind Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche nicht ungewöhnlich, was ebenfalls den Schlaf beeinträchtigt.
Bewegung, Lärm und Schlafmuster
Wenn ein Partner unter Schlaflosigkeit leidet, kann der Schlaf durch die Bewegungen, Geräusche oder Gewohnheiten des anderen Partners gestört werden - wie z.B. das Telefonieren, das Einschalten des Lichts oder unterschiedliche Schlafenszeiten. Studien zeigen, dass Frauen eher berichten, dass ihr Schlaf durch die Bewegungen ihres Partners gestört wird.
Getrennte Decken lösen zwar nicht alle diese Probleme, aber sie können die Anzahl der Aufwachvorgänge reduzieren, die durch das Ziehen an der Decke oder Bewegungen in der Nähe verursacht werden.
Unterm Strich: Ist es einen Versuch wert?
Für Paare, deren Schlaf aufgrund von unterschiedlichen Temperaturvorlieben, unruhigen Bewegungen oder "Deckenkriegen" leidet, kann die nordische Schlafmethode eine einfache und erschwingliche Lösung sein. Sie ermöglicht es jedem, sein eigenes angenehmes Mikroklima während des Schlafs zu schaffen.
Allerdings hat die Methode auch Nachteile: Das Bettenmachen wird schwieriger und das Kuscheln vor dem Schlafengehen wird weniger komfortabel. Bei kleinen Betten können die Decken verrutschen.
Solange es nicht genügend wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit der Methode gibt, sollte sie nicht als Universallösung betrachtet werden, sondern als eine praktische Schlafhygiene-Technik, die vielleicht nicht für jeden geeignet ist, aber Aufmerksamkeit verdient.