Wissenschaftler haben eine kosmische "Abkürzung" zum Mars gefunden

Ein Flug zum Mars und zurück könnte weniger Zeit in Anspruch nehmen, wenn die Flugbahnen nicht nur anhand der Position der Planeten, sondern auch unter Berücksichtigung früher Asteroidenbahndaten gesucht werden. Eine neue Studie zeigt, dass in einigen berechneten Szenarien die Route Erde-Mars-Erde auf 153 Tage verkürzt werden kann.

Wichtig: Dies ist kein fertiger NASA-Plan oder eine genehmigte Mission, sondern eine Berechnungsmethode, um schnelle interplanetare Flugbahnen zu finden.

Details

Die Studie wurde von Marcelo de Oliveira Souza von der State University of North Rio de Janeiro in der Zeitschrift Acta Astronautica veröffentlicht. Er testete, ob frühe Daten über die Umlaufbahn des Asteroiden 2001 CA21 als eine Art geometrischer Anhaltspunkt verwendet werden können, um schnelle Flüge zwischen Erde und Mars zu finden.

Normalerweise hängt die Planung von Missionen zum Mars von der gegenseitigen Position der Erde und des Roten Planeten ab. Besonders wichtig sind die so genannten Mars-Oppositionen, die etwa alle 26 Monate auftreten, wenn Erde und Mars relativ nahe beieinander stehen.

Der Autor der Studie hat die Zeitfenster 2027, 2029 und 2031 überprüft. Die Berechnungen ergaben, dass 2031 die interessanteste Konfiguration für eine schnelle Bahn ist, die mit der Ebene der frühen Umlaufbahn des Asteroiden 2001 CA21 übereinstimmt.

Im Extremfall ergab das Modell einen Flug zum Mars in 33 Tagen und eine Rückkehr in 90 Tagen. Das "realistischere" schnelle Szenario sah 56 Tage für den Hinflug und 135 Tage für den Rückflug vor. Aus diesem Grund wurde in der populären Datei eine Zahl von 153 Tagen für die kürzeste berechnete Version der gesamten Mission angegeben.

Der Asteroid in dieser Studie wird nicht als "Schlepper" benutzt und soll das Raumschiff nicht physisch zum Mars ziehen. Es geht um etwas anderes: Seine frühe Orbitalgeometrie kann helfen, Ebenen und Bewegungsrichtungen zu identifizieren, in denen schnelle Flüge rechnerisch machbar werden.

Das heißt, der Asteroid dient nicht als Transportmittel, sondern als Navigationshinweis, um Routen zu finden, die mit Standardplanungsmethoden nicht sofort erkennbar sind.

Warum das wichtig ist

Wenn solche Ansätze bestätigt und verfeinert werden, könnten sie dazu beitragen, schnellere robotische und möglicherweise auch bemannte Missionen zum Mars zu entwickeln.

Kürzere Flugzeiten sind vor allem für die Besatzungen wichtig: Je kürzer die Mission, desto geringer ist die Strahlenbelastung, desto geringer ist die Belastung der Lebenserhaltungssysteme und desto einfacher ist die Planung der Versorgung.

Aber jetzt geht es erst einmal um die ersten Tage. Die Studie zeigt eine Methode auf, mit der potenziell schnelle Flugbahnen gefunden werden können, und nicht eine fertige technische Lösung, bei der alle Einschränkungen in Bezug auf Treibstoff, Sicherheit, Schiffsmasse und Landesysteme berücksichtigt werden müssen.

Hintergrund

Der Mars bleibt ein Hauptziel für zukünftige interplanetare Missionen. Klassische Flüge dauern jedoch Monate für eine Strecke, und eine vollständige Hin- und Rückreise kann sich lange hinziehen, weil man auf eine günstige gegenseitige Position der Planeten warten muss.

Die neue Studie schlägt vor, die Planungsinstrumente zu erweitern: nicht nur die Standard-Planetenfenster, sondern auch frühe Bahndaten von kleinen Körpern des Sonnensystems als Filter zu verwenden, um schnellere Optionen zu finden.

Quelle

Eine Studie von Marcelo de Oliveira Souza Using asteroid early orbital data for rapid mars missions wird in Acta Astronautica 2026 veröffentlicht. In der Studie wurde untersucht, ob die frühe Orbitalgeometrie des Asteroiden 2001 CA21 dabei helfen könnte, schnelle reversible Erde-Mars-Erde-Routen für das Zeitfenster 2031 zu finden.