Wissenschaftler haben herausgefunden, welche Persönlichkeitsmerkmale Schlaflosigkeit verursachen
😴 Schlaflosigkeit und Charakter: dass ängstliche Menschen schlechter schlafen, ist jetzt wissenschaftlich bewiesen.
Warum schlafen manche Menschen wie ein Baby, während andere sich bis zum Morgengrauen hin und her wälzen und nicht einschlafen können? Wissenschaftler aus Brasilien haben eine unerwartete Erklärung gefunden: Es könnte an Ihrer Persönlichkeit liegen. Eine neue Studie zeigt, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale direkt mit Schlaflosigkeit verbunden sind.
Details: Bárbara Araújo Conway et al, Personality traits and insomnia: direct and anxiety-mediated associations, Journal of Sleep Research (2025). DOI: 10.1111/jsr.70003
Zwei Typen stachen besonders hervor: Diejenigen, die offen für Neues sind, schlafen besser, aber diejenigen, die ängstlich und emotional instabil sind, leiden viel häufiger an Schlaflosigkeit.
Die Studie wurde an der medizinischen Fakultät der Universität von São Paulo durchgeführt und im maßgeblichen Journal of Sleep Research veröffentlicht.
🧠 Welche Persönlichkeitsmerkmale beeinflussen den Schlaf?
Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf das populäre psychologische Modell der "Big Five", das Folgendes umfasst:
Neurotizismus - eine Tendenz zu Ängstlichkeit und emotionaler Instabilität;
Offenheit - Neugierde und der Wunsch, neue Dinge zu lernen;
Wohlwollen - Einfühlungsvermögen und Sorge um andere;
Integrität - Verantwortungsbewusstsein und Durchsetzungsvermögen;
Extraversion - Kontaktfreudigkeit und Energie.
Es stellte sich heraus, dass Schlaflose eher einen hohen Wert für Neurotizismus aufwiesen und umgekehrt - ihnen fehlte es an Offenheit, Wohlwollen und Gewissenhaftigkeit. Extraversion hatte übrigens fast keinen Einfluss auf den Schlaf.
📊 Was haben die Zahlen ergeben?
An der Studie nahmen 595 Personen im Alter zwischen 18 und 59 Jahren teil. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt: diejenigen, bei denen Schlaflosigkeit diagnostiziert wurde, und diejenigen, die keine Schlafprobleme hatten. Jeder Teilnehmer beantwortete einen Fragebogen mit 60 Fragen, mit dem sein Persönlichkeitsprofil ermittelt wurde.
Das ergab die Analyse:
Neurotizismus - hoch bei 61,7 Prozent der Schlaflosen im Vergleich zu 32 Prozent in der Kontrollgruppe;
Geringe Offenheit - bei 40,7% gegenüber 23%;
Geringes Wohlwollen - bei 31,5% gegenüber 23,2%;
Geringe Gewissenhaftigkeit - bei 37,7% gegenüber 24,1%.
Das Wichtigste: Die Auswirkung von Neurotizismus auf Schlaflosigkeit wird vollständig durch Angst erklärt. Das heißt, je ängstlicher ein Mensch ist, desto höher ist das Risiko, dass er oder sie schlecht schläft. Bei Depressionen wurde kein solcher Zusammenhang festgestellt.
💡 Warum das wichtig ist
Die Autoren der Studie sagen: Die Kenntnis der psychologischen Merkmale einer Person kann bei der genauen Diagnose und der personalisierten Behandlung von Schlaflosigkeit helfen. Die kognitive Verhaltenstherapie gilt heute als Goldstandard, aber Schlafspezialisten sind Mangelware.
Daher drängen die Mediziner darauf, nicht nur das "Schlafproblem" zu berücksichtigen, sondern auch die Ängste und Persönlichkeitsmerkmale des Patienten zu analysieren. In manchen Fällen kann dies sogar wichtiger sein als die Verschreibung von Schlaftabletten.