Wissenschaftler haben herausgefunden, wie Menschen auf Wertschätzung reagieren. Das Ergebnis war überraschend

Viele von uns glauben, dass das Ausdrücken von Dankbarkeit andere dazu ermutigt, freundliche Taten zu wiederholen.

Sätze wie "Vielen Dank!" oder "Vielen Dank für Ihre Hilfe!" sind in der alltäglichen Kommunikation alltäglich geworden. Eine neue Studie, die im Journal of Experimental Social Psychology veröffentlicht wurde, stellt diese Annahme jedoch in Frage.

Die Autoren der Studie - Lara Akin, Anuradha Amarasekera, Christina Castaneto und Tiara Cash - haben zwei groß angelegte Experimente mit mehr als 1.400 Personen durchgeführt. Sie testeten, wie sich verschiedene Formen der Dankbarkeit auf die Bereitschaft einer Person auswirken, in Zukunft zu helfen.

Experiment Nr. 1: Videobotschaften für das neue Kind im Block

Im ersten Experiment nahmen über 600 Studenten ein Begrüßungsvideo für einen "neuen Studenten" (eigentlich ein Mitglied des Forschungsteams) auf. Als Antwort erhielten sie eine von drei Videobotschaften:

  • eine Danksagung ("Vielen Dank! Das war sehr nett von Ihnen"),

  • ein Dankeschön für ihre persönlichen Eigenschaften ("Danke! Sie sind ein sehr netter Mensch"),

  • oder einfach den Erhalt des Videos zu bestätigen, ohne sich zu bedanken.

Die Teilnehmer wurden dann gebeten, bis zu fünf kurze Grüße für andere Studenten zu schreiben. Dies wurde als Indikator für die Bereitschaft gesehen, in Zukunft zu helfen. Das Ergebnis war unerwartet: Es gab keine Unterschiede in der Anzahl der geschriebenen Nachrichten zwischen den Gruppen.

Experiment #2: Wohltätigkeit und Briefe

Mehr als 800 Erwachsene nahmen an der zweiten Studie teil. Sie spendeten zunächst und erhielten zwei Tage später einen "Dankesbrief" von der Organisation - einen von drei:

  • eines, in dem ihnen für die Tat selbst gedankt wurde,

  • eines, in dem ihnen für ihre Freundlichkeit und Großzügigkeit als Einzelpersonen gedankt wird,

  • oder eine einfache Benachrichtigung, dass die Spende eingegangen ist (kein Dank).

Die Teilnehmer konnten dann erneut spenden - dieses Mal von einem bedingten $1-Bonus. Auch hier stellten die Forscher fest: Diejenigen, die einen Dankesbrief (egal welcher Art) erhielten, spendeten im Durchschnitt mehr (jeweils 42 Cent) als diejenigen, die eine neutrale Mitteilung erhielten (34 Cent). Es gab jedoch keinen Unterschied zwischen den beiden Arten von Danksagungen.

Fazit: Danken Sie ruhig und aufrichtig

Obwohl das Ausdrücken von Dankbarkeit keine Garantie für wiederholte Hilfe ist, hat es dennoch einen sozialen Wert. Es kann dazu führen, dass sich die Person, die sich bedankt, besser fühlt und die Beziehung stärkt. Aber es scheint sich nicht zu lohnen, sich darüber Gedanken zu machen, wie die Dankbarkeit formuliert wird - das Wesentliche ist wichtiger als die Form.

Die Autoren betonen, dass die Menschen oft Zweifel an der "richtigen" Art und Weise haben, sich zu bedanken, und dies hält sie davon ab, überhaupt Dankbarkeit zu zeigen. Ihre Arbeit zeigt, dass selbst ein einfaches "Danke" bereits wichtig ist. Die Hauptsache ist, dass man sich daran erinnert, es zu sagen.