Wissenschaftler haben zum ersten Mal im Detail gezeigt, wie Schlangen tödliche Bisse zufügen

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Wissenschaftler haben drei Beißstile bei Giftschlangen aufgedeckt
Pixabay/CC0 Public Domain
19:00, 24.10.2025

Wie genau führen Schlangen ihre schnellen und tödlichen Bisse zu?



Bis vor kurzem konnte diese Frage nicht genau beantwortet werden - die vorhandenen Technologien erlaubten es einfach nicht, die blitzschnellen Bewegungen der Raubtiere zu erfassen. Aber jetzt haben australische Wissenschaftler zum ersten Mal ultra-detaillierte 3D-Videos davon erhalten, wie Giftschlangen verschiedener Familien ihre Reißzähne zur Jagd einsetzen.

Die Studie, die von Alastair Evans und Zilke Klören von der Monash University (Australien) durchgeführt wurde, ist im Journal of Experimental Biology veröffentlicht. Die Wissenschaftler fanden heraus: Vipern, Elapiden und bereits ähnliche Schlangen haben sehr unterschiedliche Beißstile.

Um einzigartiges Videomaterial zu sammeln, ging Clauren nicht in die australische Wüste, sondern an den Stadtrand von Paris, in das französische Zentrum Venomworld, wo einige der gefährlichsten Schlangen der Welt gehalten werden. Dort wurden zusammen mit dem Herpetologen Remy Xas und einem Wissenschaftler des französischen Nationalmuseums für Naturgeschichte mehr als 100 Angriffe von 36 Schlangenarten aufgezeichnet. Ihnen wurde ein "Opfer" angeboten - ein warmer Zylinder aus einer Gelmasse, die das Gewebe des Tieres nachahmte.

Die Angriffe wurden mit zwei Hochgeschwindigkeitskameras mit einer Rate von 1000 Bildern pro Sekunde gefilmt. Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler dreidimensionale Modelle der Bisse mit noch nie dagewesener Genauigkeit nachbilden.

Vipern (z.B. die Stumpfnasenviper) schlagen zu und versenken ihre Reißzähne in nur 22 Millisekunden. Dabei erreichen sie Beschleunigungen von bis zu 710 m/s² und Geschwindigkeiten von mehr als 4,5 Metern pro Sekunde. Wenn die Reißzähne in einem ungünstigen Winkel eindringen, zieht die Schlange sie heraus und "schreitet" vorwärts, um die perfekte Position zu erreichen, bevor sie das Gift injiziert.

Elapiden - wie die Kapkobra und die Waldkobra - verwenden eine andere Taktik: Sie schleichen sich an und geben eine Reihe von Bissen ab, während sie gleichzeitig ihre Kiefermuskeln anspannen, um das Gift herauszupressen.

Die längsten Würfe machenbereits ähnliche Schlangen (z.B. Dispholidus typus) mit tief im Maul sitzenden Reißzähnen. Sie packen ihr Opfer mit dem Kiefer und zerreißen das Gewebe, wobei sie ihren Kiefer von einer Seite zur anderen bewegen, um eine halbmondförmige Wunde zu erzeugen und ein Maximum an Gift zu injizieren.

Einer der interessanten Funde ist ein Fall, bei dem eine Viper einen Reißzahn verfehlte und abbrach. Die Forscher vermuten, dass dies häufiger vorkommt, als man gemeinhin annimmt: Fragmente von Reißzähnen werden häufig in Schlangenkot gefunden.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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