Angst vor Kahlheit lässt Patienten eine Krebsbehandlung ablehnen

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Einer von drei Patienten fürchtet sich vor einer Krebsbehandlung wegen möglichen Haarausfalls
22:00, 06.08.2025

Patienten können eine Krebsbehandlung aus Angst vor Haarausfall und Nagelveränderungen ablehnen.



Die Angst, während einer Krebstherapie die Haare zu verlieren oder brüchige und verfärbte Nägel zu bekommen, kann dazu führen, dass viele Patienten die lebensrettende Behandlung ablehnen oder aufschieben, berichtet HealthDay unter Berufung auf eine neue Pilotstudie, die im Journal of Drugs in Dermatology veröffentlicht wurde.

Die Autoren der Arbeit stellen fest: Viele Menschen übertreiben die Wahrscheinlichkeit solcher Nebenwirkungen und sind deshalb sogar bereit, die Therapie abzubrechen. So glauben beispielsweise 52% der Befragten, dass eine Krebsbehandlung zwangsläufig zu Haarausfall führt. Gleichzeitig gab ein Drittel der Befragten zu, dass die Angst vor einer irreversiblen Glatze sie dazu bringen kann, die Behandlung abzulehnen.

Wie die Forscher betonen, verlieren jedoch nur etwa die Hälfte der Patienten während einer klassischen Chemotherapie Haare, und weniger als 15% bei denjenigen, die zielgerichtete Medikamente erhalten.

"Die Ergebnisse zeigen, wie stark der Einfluss von Angst und Unkenntnis der Situation sein kann", erklärt Adam Friedman, Hauptautor der Studie und Professor für Dermatologie an der George Washington University. - Die Patienten müssen besser informiert und unterstützt werden, damit sie fundierte Entscheidungen treffen können."

An der Umfrage nahmen 77 Personen teil, die zwei Gesundheitsmessen in einem einkommensschwachen Viertel in Washington, D.C. besuchten. Etwa 31% waren in der Vergangenheit wegen Krebs behandelt worden. Nur die Hälfte der ehemaligen Patienten hatte wegen Nebenwirkungen der Behandlung die Hilfe eines Dermatologen in Anspruch genommen.

Die Angst vor Nebenwirkungen war jedoch auch bei denjenigen stark ausgeprägt, die noch nie an Krebs erkrankt waren. Etwa ein Viertel der Befragten gab zu, dass sie eine Krebstherapie aus Angst vor dem vorübergehenden Verlust von Augenbrauen oder Wimpern (27%) oder einer dauerhaften Veränderung der Nagelfarbe (24%) ablehnen würden.

"Diese Wissenslücke zu schließen ist von entscheidender Bedeutung, insbesondere angesichts der Tatsache, dass bis zu einem Drittel der Befragten - einschließlich derjenigen, die sich bereits in Behandlung befinden - eine hypothetische Ablehnung aufgrund von dermatologischen Komplikationen angaben", so die Forscher.

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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