Bei einem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft in Thüringen ist ein Kind ums Leben gekommen. Was ist bekannt

Johannes Krey/dpa/picture alliance

Die Behörden haben die Ursache des Feuers, das kürzlich in einer Flüchtlingsunterkunft in Thüringen, Deutschland, ausgebrochen ist, noch nicht ermittelt.

Etwa 245 ukrainische Flüchtlinge mussten wegen des Brandes umgesiedelt werden und wurden unter Polizeibegleitung in eine Nachbarstadt gebracht.

Dies berichtet die Deutsche Welle.

Was geschah

Bei einem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft im thüringischen Apolda wurden vermutlich ein Kind getötet und 10 weitere verletzt. Das Feuer brach am Sonntag, den 4. Juni, gegen 5 Uhr morgens Ortszeit aus und nach Angaben von Zeugen schlugen die Flammen mehrere Meter hoch.

Die Flüchtlingsunterkunft wurde inzwischen für unbewohnbar erklärt. Die Polizei führt derzeit eine strafrechtliche Untersuchung durch, um die Umstände des Vorfalls zu klären.

Die aus dem Feuer geretteten Bewohner wurden in eine andere Flüchtlingsunterkunft in Hermsdorf gebracht und medizinisch versorgt.

Reaktion der Behörden

Die Behörden haben einen 9-jährigen Jungen aus der Ukraine als vermisst gemeldet und es wird eine gerichtsmedizinische Untersuchung durchgeführt, um zu bestätigen, dass es sich bei dem im Gebäude tot aufgefundenen Kind um den vermissten Jungen handelt. Die Ergebnisse der Autopsie werden nicht vor Montag erwartet.

Thüringens Innenminister Georg Maier hat sein tiefes Bedauern über die Tragödie zum Ausdruck gebracht.

Thüringens Migrationsministerin Dorin Denstedt besuchte ebenfalls den Tatort, um mit den Opfern und der Polizei zu sprechen. Bundesinnenministerin Nancy Feather sagte, die Sicherheitsbehörden des Bundes seien bereit, die Landesbehörden zu unterstützen.

Der ukrainische Botschafter in Deutschland schrieb: Unsere Konsuln stehen seit dem Morgen in Kontakt mit ukrainischen Bürgern, die in der Region leben, sowie mit den deutschen Strafverfolgungsbehörden. Wir warten auf weitere Informationen und werden danach ausführlicher berichten.

Versionen des Geschehens

In den Kommentaren zu seiner Veröffentlichung schrieben Nutzer, dass die Ursache für die Tragödie Brandstiftung sein könnte.

Es ist traurig und tragisch, dass das 'zufällige' Feuer in einer Unterkunft für Flüchtlinge aus der Ukraine passiert ist. Mein Beileid an die Eltern des toten Kindes und gute Besserung an alle Opfer", kommentierte der Zentralverband der Ukrainer in Deutschland.

Erinnern Sie sich daran, dass im vergangenen Oktober in Mecklenburg-Vorpommern eine Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge abgebrannt ist.
Bevor das Feuer ausbrach, waren die Eingangstüren des Hotels, in dem 14 ukrainische Flüchtlinge untergebracht waren, mit Hakenkreuzen bemalt worden.

Kontext

Es ist erwähnenswert, dass es in Lagern für ukrainische Flüchtlinge in Deutschland zu Konflikten kommt, auch mit der Verwaltung.

Im Dezember letzten Jahres kam es in dem Flüchtlingslager in der Neuen Bergstraße in Deutschland, in dem etwa 250 Menschen untergebracht waren, zu einem Konflikt zwischen einer Ukrainerin und den Wachleuten des Lagers.

Das Mädchen Polina, die Jura an einer ukrainischen Universität studiert und ein Fernstudium absolviert, zog ein Verlängerungskabel in ihren Container, weil das WiFi in dem speziellen Raum, der zum Studieren gedacht ist, nicht funktionierte.

Nach internen Vorschriften dürfen aus Gründen des Brandschutzes keine elektrischen Kabel in die Container gezogen werden, in denen die Flüchtlinge leben.

Das Aufnahmezentrum teilte den Journalisten mit, dass der Vorfall "sehr leid" tue. Pauline erhielt jedoch bald darauf einen Brief von der Verwaltung, der jedoch keine Entschuldigung enthielt, sondern eine Warnung, dass ein solches Verhalten nicht geduldet würde.

Der Migrationsbeirat betonte, dass dies nicht die erste Beschwerde aus der Neuen Bergstraße war. Nach Angaben der Organisation fühlen sich dort viele Flüchtlinge diskriminiert.