Bundeskanzler Merz versprach: Patriot-Raketen werden "in naher Zukunft" in der Ukraine eintreffen
Die Ukraine wird in Kürze Patriot-Boden-Luft-Raketensysteme erhalten, eines der wichtigsten Mittel zur Luftverteidigung.
Dies gab der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz in London auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem britischen Premierminister Keir Starmer bekannt. Laut Merz werden die Lieferungen "sehr bald" erfolgen und die Systeme selbst könnten "innerhalb weniger Wochen" einsatzbereit sein.
Die Erklärung erfolgte, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Vereinbarung mit der NATO zur Erhöhung der Waffenlieferungen an die Ukraine angekündigt hatte - mit finanzieller Unterstützung europäischer Länder.
"Die Ukraine wird zusätzliche Mittel für Tiefenschläge erhalten. Das ist für ihre Verteidigung notwendig. Und die Hilfe in dieser Richtung wird sehr bald kommen", betonte Merz auf eine Frage von Politico.
Im Rahmen der US-Initiative wird erwartet, dass ein Teil der Patriot-Komplexe in den kommenden Tagen in der Ukraine eintreffen wird. Dies wurde von Trump am Montag angekündigt. Allerdings hat der Zeitpunkt der Lieferungen unter Experten bereits Zweifel geweckt. Einige Lieferungen könnten sich aufgrund der komplizierten Logistik und Koordination zwischen den Ländern verzögern.
Der Kommandeur der NATO-Luftwaffe, Alexus Hrynkiewicz, bestätigte, dass der Prozess bereits im Gange ist.
"Die Vorbereitungen sind im Gange. Wir arbeiten eng mit Deutschland an der Verlegung der Patriot zusammen", sagte er am Donnerstag.
Die Pressekonferenz von Mertz und Starmer fand am Rande des offiziellen Besuchs der deutschen Bundeskanzlerin in Großbritannien statt, wo ein neuer Freundschafts- und Kooperationsvertrag zur Vertiefung der gemeinsamen Arbeit in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung unterzeichnet wurde.
Keir Starmer machte in seiner Rede deutlich, dass er das derzeitige Vorgehen der USA als strategische Kehrtwende ansieht.
"Es ist absolut klar, dass Trump jetzt will, dass Putin nachgibt - und dies mit konkreter militärischer Unterstützung bestätigt", sagte der Premierminister.
Merz präzisierte, dass die Verteidigungsminister nun an logistischen Details arbeiten, um den Vorschlag Washingtons umzusetzen. Nach den getroffenen Vereinbarungen werden die europäischen Länder der Ukraine die vorhandenen Waffen zur Verfügung stellen und dann die Bestände durch den Kauf neuer Waffen aus den USA auffüllen.
Beide Seiten betonten, wie wichtig nicht nur die militärische, sondern auch die wirtschaftliche Unterstützung für die Ukraine sei. Bundeskanzler Merz forderte den US-Präsidenten insbesondere auf, einem neuen Paket von Sanktionen gegen Russland zuzustimmen, das der republikanische Senator Lindsey Graham vorgeschlagen hatte.
"Der Druck auf Russland sollte auf mehreren Ebenen erfolgen - und der Sanktionsdruck spielt dabei eine Schlüsselrolle", sagte der deutsche Regierungschef.