Das Ende der Ära der Drohnen-Dominanz. Haben Drohnen aufgehört, den Verlauf des Krieges zu verändern?
Der ehemalige Brigadegeneral der US-Armee, Mark T. Kimmitt, vertritt in einem Artikel für Politico die Ansicht, dass die Ära der Dominanz von Drohnen auf dem Schlachtfeld zu Ende geht.
Seiner Ansicht nach war der Wendepunkt die neuen Luftverteidigungstechnologien.
So bestätigte das israelische Unternehmen Rafael Advanced Defence Systems im Mai 2025 erstmals offiziell den Einsatz von Hochleistungs-Kampflasern im Kampf: Solche Systeme haben Berichten zufolge bereits "Dutzende von feindlichen Zielen" abgeschossen.
Kimmitt stellt fest, dass die Effektivität der Laser bei viel geringeren Kosten und die Fähigkeit, sie in großem Maßstab zu produzieren, zusammen mit Dutzenden anderer Anti-Drohnen-Waffen, die sich in der Entwicklung befinden, die Vorstellung von der Drohne als "revolutionäre" Waffe widerlegen.
"Es gab keine Revolution, und die kurze Ära der Drohnen-Dominanz ist zu Ende gegangen", schließt der Autor.
Im Jahr 2022 wurden Drohnen zu einem Symbol der ukrainischen Verteidigung: Dutzende von Videoaufnahmen von kleinen Drohnen, die russische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge zerstörten, tauchten auf.
"Drohnen sind billig, zahlreich und schwer zu zerstören", zitiert Kimmitt die Erkenntnisse aus jenen Jahren.
Doch laut Kimmitt sind Drohnen, "obwohl sie wie eine nahezu perfekte Waffe erscheinen, nicht mehr unbesiegbar", denn die Industrie hat sich dem Kampf gegen Drohnen angeschlossen.
Alle großen Verteidigungsunternehmen reagieren auf die wachsende Nachfrage nach C-UAS-Systemen mit der Entwicklung von Drohnenabwehrsystemen, von elektronischen Fallen bis hin zu experimentellen Lasersystemen. Der Autor stellt jedoch fest, dass die nächste Stufe der Verteidigung die KI und "Drohne gegen Drohne" ist.
Ein Schwarm von Drohnen, der sich unter der Kontrolle von KI neu gruppiert, kann jedes herkömmliche Luftverteidigungssystem abdecken, da ein Mensch einfach nicht die Zeit hat, Dutzende von Zielen gleichzeitig zu bearbeiten.
Am vielversprechendsten werden daher laut Kimmitt "billige Gegendrohnen mit künstlicher Intelligenz" sein, die in großen Stückzahlen produziert werden und in der Lage sind, massive Angriffe autonom abzufangen.
Solche Drohnenschlachten werden der Luftkriegsführung der Zukunft ähneln, in der mannlose "Jäger" und "Abfangjäger" feindliche Drohnen-"Bomber" abwehren.
KI-basierte automatisierte Komplexe werden die neue "Luftflotte des XXI. Jahrhunderts" werden, viel billiger und zugänglicher als jedes bemannte Flugzeug, glaubt der Experte.
Kimmitt betont, dass massenhafte Drohnenangriffe bereits zeigen, dass es nicht auf jede einzelne Drohne ankommt, sondern auf ihre Anzahl. Moderne Zusammenstöße "haben gezeigt, dass der Erfolg durch die Masse der Angriffe und nicht durch die 'Unverwundbarkeit' der Technologie gewährleistet wird", zitiert der Autor einen Slogan aus dem Zweiten Weltkrieg ("Quantität ist Qualität an sich").
Und in der Tat war es die zahlenmäßige Überlegenheit der Drohnen, die es ermöglichte, die Verteidigung in den letzten Kriegen zu halten.
Kimmitt erinnert daran, dass Drohnen bei der Verteidigung der Ukraine im Jahr 2022 eine entscheidende Rolle spielten: Sie wurden zur "wichtigsten Waffe" einer zahlenmäßig unterlegenen Armee und zerstörten "eine überraschende Anzahl russischer Panzer und Kampffahrzeuge". Ohne diese Drohnen, schreibt der Autor, hätte der Verlauf des Krieges ganz anders ausfallen können.
Kimmitt stellt klar, dass Drohnen nicht vom Schlachtfeld verschwinden werden. Sie bleiben ein wichtiger Bestandteil der modernen Kriegsführung. Aber wie jede "Wunderwaffe" sind sie nicht mehr in der Lage, das Wesen der Kriegsführung allein zu verändern.
"Wie General Patton schrieb, ist es nicht die Technologie, die gewinnt, sondern die 'Musiker vom Mars' - Kommandeure, die in der Lage sind, alle Arten von Waffen geschickt zu kombinieren", erinnert uns der Autor. Drohnen sind nur eine der "Noten" in dieser "Sinfonie": wichtig, aber nicht entscheidend.