Der deutsche Verteidigungsminister forderte das Land auf, sich wegen der russischen Bedrohung auf einen Krieg vorzubereiten
Nach dem Zweiten Weltkrieg positionierte sich das Land als "Friedensprojekt".
Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius hat gesagt, es sei notwendig, das Land angesichts der wachsenden Bedrohung durch Russland "kriegsbereit" zu machen. Dies berichtet die Washington Post.
Laut Pistorius sollte Deutschland seine Verteidigung stärken, da die aggressive Politik Moskaus und die Forderungen der USA nach einer größeren Unabhängigkeit Europas im Bereich der Sicherheit konkrete Schritte erfordern.
Er wies darauf hin, dass Deutschland sich nach dem Zweiten Weltkrieg als Friedensprojekt positioniert hat, aber heute ist die Bundeswehr personell unterbesetzt und technisch veraltet. Der Armee fehlen etwa 80.000 Soldaten zu den geplanten 260.000, die sie in den nächsten zehn Jahren rekrutieren will.
Pistorius' Initiative hat in politischen Kreisen heftige Diskussionen ausgelöst.
Die Deutschen würden gerne wie die Schweiz sein - wirtschaftlich erfolgreich, aber politisch neutral. Wir sind nicht bereit, wieder ernsthaft über Krieg nachzudenken", sagte der Teamkollege des Ministers, Sigmar Gabriel.
Um das Personalproblem zu lösen, schlug Pistorius ein Freiwilligenmodell vor - ein Kompromiss zwischen der Anti-Wehrpflicht-Haltung der Partei und der Notwendigkeit, die Armee zu stärken. Diese Initiative wurde jedoch von der Christlich Demokratischen Union blockiert. Später schlug die Koalition eine teilweise Wehrpflicht durch eine Lotterie vor, aber Pistorius unterstützte dies nicht.