Die Arktis am Abgrund: Wie das schmelzende Eis die Ausbreitung der Verschmutzung beschleunigt
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Wissenschaftler der Universität Bristol (Großbritannien) haben eine groß angelegte Studie durchgeführt und herausgefunden, dass der Transpolarstrom - das wichtigste "Förderband" in der Arktis - nicht so stabil ist, wie man es seit mehr als hundert Jahren angenommen hatte. Er wird von Jahr zu Jahr variabler, was bedeutet, dass sich die Verschmutzung durch sibirische Flüsse schneller und weiter über die Arktis ausbreiten könnte.
Dieser Strom transportiert Süßwasser, Meereis und Schwebstoffe - sowohl natürliche (Nährstoffe, organische Stoffe) als auch vom Menschen verursachte (Schwermetalle, Mikroplastik) - von den sibirischen Küsten durch die zentrale Arktis zur Franz-Josef-Straße und dann in den Atlantik. Aber die Ströme folgen nicht mehr einer geraden Linie: Sie "tanzen" je nach Jahreszeit, Temperatur und Eiszustand.

🧪 Was haben die Wissenschaftler getan?
Um genau zu verstehen, wie sich diese Stoffe bewegen, analysierte das Wissenschaftlerteam das Wasser, das Eis und den Schnee auf Sauerstoff- und Neodymisotope sowie auf Elemente der seltenen Erden. So erstellten sie geochemische Fingerabdrücke - die einzigartigen "Signaturen" der sibirischen Flüsse - und verfolgten, wie sie sich über den Ozean ausbreiten.
Diese Daten wurden im Rahmen der MOSAiC-Expedition gesammelt, der größten Arktis-Expedition aller Zeiten. An ihr waren 7 Eisbrecher und mehr als 600 Wissenschaftler aus der ganzen Welt beteiligt.
🌍 Warum das wichtig ist
Das Eis, das sich entlang des Transpolarstroms bildet , schwimmt nicht nur mit Fracht. Es sammelt aktiv Stoffe aus verschiedenen Flüssen und vermischt sie zu einem "Cocktail" aus Süßwasser, Verschmutzung und organischen Stoffen.
Diese Mischungen können dann am anderen Ende des Ozeans schmelzen und die Ökosysteme und die Meereszirkulation beeinflussen.
Je weniger Sommereis es gibt, desto chaotischer werden die Routen, was bedeutet, dass es schwieriger ist, vorherzusagen, wo die Verschmutzung am Ende landet.
🧊 Die Arktis ist unstabil
Die Studie widerlegt auch die alte Vorstellung von der Transpolardrift als einer stabilen Eisautobahn. Sie wurde vom norwegischen Entdecker Fridtjof Nansen in den 1890er Jahren beschrieben, aber 130 Jahre später ist klar: Der Weg ist unberechenbar und unvorhersehbar geworden.
Laut Dr. Georgi Laukert, dem Hauptautor der Studie, haben wir jetzt ein besseres Verständnis für die Mechanismen des Schadstofftransports, auch wenn bestimmte Schadstoffe nicht untersucht wurden. Und dies ist der erste Schritt zur Vorhersage von Umweltrisiken in der Arktis.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.












