Die dunkle Seite der Freiberuflichkeit. Hier erfahren Sie, warum dieses System nicht für jeden geeignet ist
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Freiberufliche Tätigkeit wird oft mit Freiheit assoziiert: Sie arbeiten zu einem günstigen Zeitpunkt, können sich Ihre Projekte aussuchen und sind Ihr eigener Chef.
Doch hinter dieser scheinbaren Unabhängigkeit verbergen sich Risiken und Instabilität, insbesondere in der Kreativ- und Kulturindustrie, wo projektbasierte Beschäftigung zur Norm geworden ist, so The Conversation.
Die Forscherin Heidi Ashton untersucht seit mehr als einem Jahrzehnt die freiberufliche Arbeit in der Film-, Theater- und anderen Kreativindustrien. Ihr zufolge sind solche Arbeitnehmer trotz der Vorteile oft anfällig für systemische Probleme.
Eine der Hauptschwierigkeiten ist die Abhängigkeit vom Ruf und die Duldung von Ungerechtigkeiten.
"Man will nicht als problematisch erscheinen", erklärte einer der Befragten, warum er sich entschloss, über Missstände bei dem Projekt zu schweigen.
Der Filmemacher Brian Hill merkt an: "Die Leute haben Angst, etwas zu sagen - Angst, auf die schwarze Liste gesetzt zu werden."
Zusätzliche Komplexität wird durch eine versteckte Hierarchie geschaffen. Oft wird ein Freiberufler von einem anderen Freiberufler angeheuert, der in der Vertragskette weiter oben steht, und es wird fast unmöglich, sich "oben" zu beschweren. Dies ist besonders gefährlich, wenn es um Diskriminierung aufgrund von Ethnie, Behinderung oder Schwangerschaft geht.
Unentgeltliche Arbeit ist eine weitere gängige Praxis, trotz ihrer Illegalität. Junge Berufstätige akzeptieren dies in der Hoffnung, in der Branche "Fuß zu fassen". Selbst bei bezahlten Projekten kann das Geld mit großer Verspätung eintreffen.
"Ich muss ständig im Minus sein, weil die Zahlungen überfällig sind", gibt ein Freiberufler zu.
Die Konkurrenz ist groß, so dass viele niedrige Angebote abgeben, in der Hoffnung, dass sich die Situation später bessert. Im Gegensatz zu Firmenangestellten gibt es für Freiberufler kein klares System für Wachstum, Beförderung oder Fortbildung.
"Man nimmt jede Arbeit an, die verfügbar ist, weil man riskiert, mit nichts dazustehen, wenn man ablehnt", sagt ein anderer Umfrageteilnehmer.
Und der Aufbau beruflicher Beziehungen zu Kunden, die "in der Hierarchie höher stehen", ist schwierig, wenn man von einem Freiberufler wie Ihnen angeheuert wird.
Junge Berufstätige sind besonders gefährdet. Sie müssen mehrere Jobs gleichzeitig erledigen, ohne bezahlten Urlaub und ein stabiles Einkommen. Die Folge sind chronischer Stress und Burnout. Nach Angaben der Film and TV Charity denken 64% der Kreativschaffenden daran, wegen psychischer Probleme zu kündigen.
Der Ausweg ist Unterstützung. Mentoren, Berufsverbände, Gewerkschaften und die Möglichkeit, anonym Anzeige zu erstatten, können ein Schutz vor Ausbeutung sein.
Trotz der Herausforderungen will die Mehrheit der von der Autorin befragten Freiberufler ihren Beruf nicht wechseln. Sie finden darin nicht nur einen Job, sondern auch persönliche Freiheit - wenn auch zu einem hohen Preis.
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Expertin für die Rechte von Frauen und Menschen mit Behinderungen, Mutterschaft im modernen Kontext, Reform der Gesundheitswesen, Bildung und Sozialfürsorge.












