Hören Sie auf, bei der Arbeit "lustig" zu sein: Warum Humor oft dem Ruf schadet
- Startseite
- Business
- Hören Sie auf, bei der Arbeit "lustig" zu sein: Warum Humor oft dem Ruf schadet


Der Ratschlag "Sei witzig und du wirst Erfolg haben" ist heute keine Seltenheit mehr.
Man findet sie in Geschäftsbüchern, LinkedIn-Posts und Unternehmensschulungen. Man verspricht uns: Witz macht uns attraktiver, baut Stress ab, schweißt ein Team zusammen und signalisiert sogar Führungsqualitäten.
Aber die Forscher Peter McGraw, Adam Barsky und Caleb Warren, die sich mit Humor und Arbeitsumgebungen beschäftigen, warnen: Der Versuch, im Büro Witze zu machen, ist eine viel riskantere Strategie als es klingt. Ihre eigenen Forschungen und die Arbeiten anderer Wissenschaftler zeigen, dass ein schlechter Witz einem Ruf mehr schaden kann als die potenziellen Vorteile eines erfolgreichen Witzes, berichtet The Conversation
Comedy lebt am Rande - sie bricht Normen, aber auf eine sichere Art und Weise. Forscher nennen dies die "harmlose Verletzungstheorie": Ein Witz funktioniert, wenn er gleichzeitig falsch und akzeptabel erscheint.
Wenn eine dieser beiden Komponenten fehlt, kann die Reaktion das Gegenteil sein: von Langeweile bis hin zu Empörung. Vor allem im Büro, wo die Dinge durch unterschiedliche Hierarchien, Kulturen, Geschlechter und sogar die Stimmungen der Kollegen kompliziert sind.
In einem Experiment wurden die Teilnehmer gebeten, sich Bildunterschriften für Geschäftsfotos auszudenken. Die meisten Witze erwiesen sich entweder als unlustig oder beleidigend. Und die "lustigsten" Varianten waren oft gleichzeitig die unpassendsten, so die Einschätzung der Jury.
Für Frauen sind die Risiken sogar noch höher: Zahlreiche Studien zeigen, dass sie häufiger als Männer negative Reaktionen für Normverstöße (Wut, Dominanz, Durchsetzungsvermögen) erhalten. Das Gleiche gilt für den Humor: Für dieselbe Sache kann eine Frau als inkompetent gelten, während ein Mann als charismatisch gilt.
Studien zum Verhalten von Managern zeigen, dass ein Manager, der einen erfolgreichen Witz macht, als selbstbewusst und kompetent wahrgenommen wird. Wenn der Witz jedoch nicht erfolgreich ist, sinkt nicht nur der Status, sondern auch das Vertrauen der Untergebenen. Sie sind weniger geneigt, Rat zu suchen und erkennen die Führungsqualitäten einer solchen Person weniger an.
Selbst wenn der Scherz "gut gelaufen" ist, ist er nicht immer gut. In einer Studie waren Marketingexperten, die eine "witzige" Werbung schreiben sollten, erfolgreich - aber die Werbung war weniger effektiv als die, die an einer "kreativen" oder "überzeugenden" Version gearbeitet hatten.
Eine andere Studie fand heraus: Chefs, die zu oft Witze machen, zwingen ihre Mitarbeiter dazu, Belustigung vorzutäuschen. Das ist anstrengend, verringert die Zufriedenheit und erhöht das Risiko eines Burnouts. Einmal mehr werden Frauen mit zweierlei Maß gemessen.
Die Schlussfolgerung ist einfach: Ein guter Witz bringt Ihnen selten eine Beförderung ein, aber ein schlechter Witz kann Sie Ihre Karriere kosten.
Die Autoren raten, nicht zu versuchen, "Witze zu machen", sondern wie ein Komiker zu denken - das heißt, humorvolles Denken zu nutzen, um frische Ideen zu entwickeln.
Ich zitiere den Werber David Ogilvy: "Die besten Ideen kommen als Witze. Versuchen Sie, so witzig wie möglich zu denken." Das bedeutet nicht, dass Sie in Meetings Witze machen sollen. Es bedeutet, Muster zu durchbrechen.
Beispiele:
Patagonias "Don't Buy This Jacket" Black Friday-Kampagne in der New York Times (2011) widersprach der Logik der Verbraucher - und steigerte dadurch den Umsatz.
Eine Tourismuswerbung für Nebraska mit dem Slogan "Ehrlich gesagt, ist das nicht für jeden etwas" führte zu einem Anstieg der Besucherzahlen auf der Website um 43 %.
Die Quintessenz: brechen Sie mit Gewohnheiten und versuchen Sie nicht, es allen recht zu machen.
Komiker arbeiten nicht allein - sie testen ihr Material ständig in der Öffentlichkeit und polieren es auf. In einer Büroumgebung bedeutet das: Hören Sie anderen zu, passen Sie Ideen an, ergänzen Sie Ihre Kollegen.
Der Improvisationslehrer Billy Merritt unterscheidet drei Typen von Teammitgliedern:
Piraten - schlagen riskante Ideen vor
Roboter - schaffen Struktur
Ninjas - können sowohl Risiken eingehen als auch strukturieren
Wenn Sie alle drei in einem Team haben, entstehen kühne, aber realisierbare Ideen.
Jemanden zu bitten, "witzig" zu sein, ist wie die Aufforderung, "musikalisch" zu sein. Nur wenige Menschen werden zu Stars. Es ist also besser, wenn Sie lernen, wie ein Komiker zu denken, als zu versuchen, einer zu sein.
Das wird Ihnen helfen, aus der Masse herauszustechen, ungewöhnliche Lösungen zu finden und Ideen voranzubringen - ohne dass Sie zum Gespött des Büros werden.
- Wissenschaftler haben herausgefunden, was den meisten Stress bei der Arbeit verursacht
- Entenschnabel, Gift und Schlangeneier - und jetzt ein weiteres "Vogel"-Merkmal des Schnabeltiers
- Ein Papagei ohne Oberschnabel hat seinen eigenen Kampfstil erfunden und ist zum Anführer der Herde geworden
- Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Vogelweibchen die flinksten Vögel auswählen, nicht die klügsten
- Warum Mollusken so seltsame Namen haben - Wissenschaftler erklären
- Sie zahlen mehr für Abonnements als Sie denken - und hier ist der Grund dafür
Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.













